Außergewöhnliches Video von Unkontaktierten; Holzfäller rücken näher

Der Name dieses unkontaktierten Awá-Mannes ist nicht bekannt. Aber der Regenwald um ihn herum ist bis auf eine kleine Waldinsel zerstört worden. Die Holzfäller kommen jetzt näher. © Mídia Índia

Der Name dieses unkontaktierten Awá-Mannes ist nicht bekannt. Aber der Regenwald um ihn herum ist bis auf eine kleine Waldinsel zerstört worden. Die Holzfäller kommen jetzt näher. © Mídia Índia

© Mídia Índia

Außergewöhnliches Filmmaterial, das einige der am stärksten bedrohten unkontaktierten Indigenen der Welt zeigt, wurde von einer indigenen Gruppe in Brasilien veröffentlicht.

Das Video, das unkontaktierte Awá-Männer im Bundesstaat Maranhao im Osten Brasiliens zeigt, wurde von einem benachbarten indigenen Volk, den Guajajara, gefilmt. Die Guajajara versuchen die verbliebenen Stücke des Regenwaldes zu schützen, in denen die Awá leben.

Der Wald in der Gegend wird rasend schnell zerstört. Guajajara-Gruppen, bekannt als die Wächter Amazoniens, patrouillieren regelmäßig die Wälder, um Zerstörung aufzudecken und Holzfäller zu vertreiben. Viele Guajajara haben schon Morddrohungen erhalten. Einige wurden getötet.

Olimpio Guajajara, Koordinator der Wächter Amazoniens, sagte: „Wir Wächter verteidigen die Rechte unserer Gemeinden, wir verteidigen die unkontaktierten Awá und wir verteidigen die Natur für uns alle. Drei unserer Wächter wurden ermordet. Wir müssen das Gebiet ein für alle Mal schützen.“

Das indigene Territorium von Arariboia ist eine grüne Insel inmitten der Entwaldung. © Google Earth

Das indigene Territorium von Arariboia ist eine grüne Insel inmitten der Entwaldung. © Google Earth

© Google Maps

Die Awá waren schon häufig Ziel von Angriffen durch Holzfäller. Die meisten Awá stehen in Kontakt mit der Außenwelt, aber einige leben unkontaktiert in den letzten größeren, noch verbliebenen Waldgebieten. Die Guajajara sahen sie bereits im Wald, aber dieses Video liefert einen Beweis für ihre Existenz.

Unter Präsident Bolsonaro fühlen sich Holzfäller und Rancher ermutigt, ihren Angriff auf indigene Territorien zu verstärken. Die Abholzung in dem Gebiet greift rasant um sich, und in der Nähe der unkontaktierten Awá wurden Camps von Holzfällern entdeckt.

Karapiru Awá erlebte die Ermordung seiner Familie durch _karai_ (Nicht-Indigene). Er entkam und lebte 10 Jahre lang allein im Wald. Bald darauf wurde er wieder mit seinem Sohn vereint, der den Angriff überlebt hatte. © Survival

Karapiru Awá erlebte die Ermordung seiner Familie durch karai (Nicht-Indigene). Er entkam und lebte 10 Jahre lang allein im Wald. Bald darauf wurde er wieder mit seinem Sohn vereint, der den Angriff überlebt hatte. © Survival

© F Watson/Survival

Survival International arbeitet im Rahmen seiner Kampagne für unkontaktierte Völker mit den Wächter Amazoniens zusammen und unterstützt deren Schutz des Regenwaldes.

Flay Guajajara von Mídia Índia, die das Material aufgenommen haben, sagte heute: „Wir hoffen, dass dieser Film etwas Positives bewirkt. Wir hoffen, dass es weltweit Auswirkungen hat, um unsere Gemeinden und unseren Wald zu schützen.“

Der Direktor von Survival International, Stephen Corry, sagte heute: „Dieses Video ist ein weiterer Beweis dafür, dass die unkontaktierten Awá wirklich existieren. Und ein Blick auf Satellitenbilder zeigt, in welcher Gefahr sie sich befinden. Holzfäller haben bereits viele ihrer Verwandten getötet und andere aus dem Wald gedrängt. Präsident Bolsonaro und seine Freunde in der Holzindustrie wünschen sich nichts weniger, als dass diejenigen, die noch überleben, eliminiert werden. Nur ein globaler Aufschrei steht zwischen ihnen und einem Völkermord.“

Hinweis für die Redaktion:

Das Material wurde von Mídia Índia, einer indigenen Filmvereinigung, veröffentlicht. Es wurde gestern Abend vom brasilianischen Fernsehsender Globo ausgestrahlt und wird in der bald erscheinenden Dokumentation „Ka’a Zar Ukize Wá – Waldbesitzer in Gefahr“ von Mídia Índia in Zusammenarbeit mit dem Instituto Catitu und anderen Partnern zu sehen sein. Der 13-minütige Kurzfilm ist ein Aufruf zum Handeln angesichts der gefährlichen Situation der unkontaktierten Awá, die im indigenen Territorium Arariboia mit ihren Verwandten vom Volk der Guajajara leben. Er wird am 23. Juli bei Unibes Cultural in São Paulo veröffentlicht, um die Veranstaltung “25 Jahre soziales und ökologisches Kino” von ISA abzuschließen.

Erisvan Guajajara von Mídia Índia hat erklärt: „Wir hatten nicht die Erlaubnis der Awá zu filmen, aber wir wissen, dass es wichtig ist, diese Bilder zu verwenden, denn wenn wir sie nicht auf der ganzen Welt zeigen, werden die Awá von Holzfällern getötet. Wir müssen zeigen, dass es die Awá gibt und ihr Leben in Gefahr ist. Diese Bilder sind ein Hilfeschrei und wir nutzen sie um die Regierung aufzufordern, das Leben unserer Verwandten zu schützen, die keinen Kontakt mit Außenstehenden wollen.“