Nísio Gomes, ein Guarani-Schamane, wurde von Bewaffneten erschossen. Dieses Bild erstand erst vor zwei Tagen.

Nísio Gomes, ein Guarani-Schamane, wurde von Bewaffneten erschossen. Dieses Bild erstand erst vor zwei Tagen. © Survival International

Survival International hat Berichte erhalten, dass maskierte und bewaffnete Männer den religiösen Anführer einer Guarani-Gemeinde in Brasilien vor den Augen seiner Gemeinschaft erschossen haben.

Die bewaffneten Männer umringten Nísio Gomes und forderten seine Gemeindemitglieder auf, sich auf den Boden zu legen. Zeugen gaben an, dass Gomes in den Kopf, die Brust, Arme und Beine geschossen wurde. Der Leichnam des 59-jährigen wurde dann auf einem Laster weggeschafft.

Gomes war wahrscheinlich das Ziel des Angriffs. Unbestätigten Berichten zufolge wurden aber auch Kinder entführt und eine Frau getötet.

Gomes war der Anführer einer Gruppe von Guarani-Indianern. 60 Mitglieder seiner Gemeinde waren Anfang November auf ihr angestammtes Land zurückgekehrt, nachdem Viehzüchter sie von dort vertrieben hatten.

Mitglieder der Gemeinde berichten, dass dies nicht der erste Angriff seit ihrer Rückkehr auf ihr Land war. Bewaffnete Männer hätten ihr Lager an der Straße bereits seit Mittwoch umkreist.

Ein Guarani-Indianer sagte: „Wir bleiben in dem Lager. Wir werden alle hier sterben. Wir werden unser angestammtes Land nicht verlassen.“

Der Mord an Nísio Gomes ähnelt dem an Guarani-Anführer Marcos Veron, der 2003 von Angestellten eines Viehzüchters umgebracht wurde.

„Es scheint als ob die Viehzüchter keine Ruhe geben, bis sie die Guarani ausgelöscht haben“, sagte Survivals Direktor Stephen Corry. “Diese ständige Gewalt war in der Vergangenheit weit verbreitet und hat zur Ausrottung Tausender indigener Völker geführt. Es ist schlichtweg eine Schande, dass die brasilianische Regierung dies heute noch zulässt.“