Hintergrundinformation

Klimawandel

Indigene Völker stehen beim Klimawandel an vorderster Front

Sie leben in Regionen der Welt, in denen die Auswirkungen von Klimawandel am stärksten zu spüren sind. Ihr Lebensunterhalt, ihre Kultur und ihr Leben sind größtenteils oder sogar ausschließlich von ihrer natürlichen Umgebung abhängig.

Indigene Völker werden zudem von Versuchen, den Klimawandel aufzuhalten, bedroht.

„Die Welt ist krank“

In der Arktis schmilzt das Eis und das Leben der Inuit verändert sich dramatisch. „Die Lage ist mittlerweile so ernst, das mehrere Küstendörfer aktiv nach alternativen Orten für ganze Gemeinden suchen“, so ein Anführer der Inuit.

Im Amazonas werden, nach Vorhersagen, hunderte von Völkern unter verminderten Niederschlägen, häufigeren Dürreperioden und höheren Temperaturen zu leiden haben. Bereits 2005 gab es eine starke Dürreperiode, die zur Austrocknung mehrerer Nebenflüsse des Amazonas führte.

Davi Yanomami, der Dalai Lama des Regenwaldes, sagte kürzlich: „Die Regenfälle kommen spät. Die Sonne verhält sich seltsam. Die Welt ist krank. Die Lungen des Himmels sind verschmutzt. Wir wissen, dass es passiert. Man kann nicht mit der Zerstörung der Natur weitermachen.“

„Die unbequemste aller Wahrheiten“

Genauso bedeutend, doch selten wahrgenommen, ist der Einfluss, den Maßnahmen zur Verringerung des Klimawandels auf indigene Völker haben oder haben könnten.

Diese „Klimaschutzmaßnahmen“, z. B. Biotreibstoffe, Stromerzeugung durch Wasserkraft, Walderhaltung oder Emissionsshandel, verletzen die Rechte indigener Völker und erleichtern es Regierungen, Unternehmen und anderen Akteuren ihr Land in Besitz zu nehmen, auszubeuten und in manchen Fällen zu zerstören – wie es der Klimawandel auch schon tut.

Hier sind einige Beispiele dafür, wie indigene Völker weltweit betroffen sind bzw. betroffen sein könnten:

  • Die Guarani in Brasilien verlieren ihr Land an Zuckerrohr, das zu Ethanol verarbeitet wird. Dies ist Teil eines Versuchs der Regierung Brasiliens Energieressourcen umweltfreundlicher zu gestalten und den Klimawandel zu bekämpfen. Schreiben Sie einen Brief für die Guarani an die brasilianische Regierung »
  • Die Penan und andere indigene Völker in Malaysia werden von ihrem Land vertrieben, um Platz für Staudämme zu schaffen. Diese Dämme werden von der dortigen Regierung als „im Einklang mit den Zielen für eine Reduzierung und Eindämmung der globalen Erwärmung“ gefördert.
  • Die Ogiek in Kenia mussten ihre Häuser im Mau Wald aus Gründen der Walderhaltung verlassen. Kenias Premierminister bezeichnete die Vertreibungen als Schlüssel zur „Rückgängigmachung der Zerstörung“ durch die globale Erwärmung.

  • Indigene Völker überall auf der Welt werden durch Pläne zum Stopp der Entwaldung bedroht, denn diese können einen massiven Landraub auslösen. Eines dieser Programme, REDD (Reduktion von Emissionen aus Entwaldung und Schädigung von Wäldern)‚ berücksichtigt nicht das Recht indigener Völker auf vollständige, vorherige und informierte Zustimmung zu Projekten auf ihrem Land.




Lesen Sie Survivals Bericht zum Klimawandel: Die unbequemste aller Wahrheiten: Klimawandel und indigene Völker (PDF 3,2MB)»