Hintergrundinformation

Mainstreaming

„Wenn wir unsere Kultur, Rechte und Sprache nicht bekräftigen, leben wir nicht. Wir müssen betonen, zumindest gegenüber uns selbst, dass wir gut sind: Unsere Farbe ist gut, unsere Sprache ist gut, unsere Kunst ist gut, unsere Art zu leben ist gut. Wenn wir eure Religion und Praktiken respektieren können, warum könnt ihr dann nicht unsere respektieren?“
- G. Thenadikulam, Wayanad District, Indien

Indigene Völker haben das Recht auszuwählen wie sie leben wollen. Aber viele Regierungen wollen, dass sie sich verändern und an die Gesamtgesellschaft anpassen. Dabei schwingt die Idee mit, dass indigene Völker rückständig sind.

„Zuerst machen sie uns mittellos, indem sie uns unser Leben nehmen. Dann sagen sie wir sind nichts, weil wir mittellos sind.“
- Jumanda, Buschmann, Botswana

Diese Assimilationspolitik war für viele indigene Völker desaströs: Sie verloren ihre Unabhängigkeit, die Möglichkeit sich selbst zu versorgen und – viel zu oft auch – ihre Gesundheit.

Verwüstung

Versuche der kanadischen Regierung, indigene Völker wie die Innu zu assimilieren, haben viele der Gemeinschaften zerstört. Kinder wurden an Internate geschickt, wo man ihnen das Gefühl gab, dass sie sich für ihre Kultur schämen müssten und in denen man sie von ihren Traditionen trennte. In Gemeinden, die gezwungen wurden sich anzupassen, stiegen der Missbrauch von Drogen und die Suizidraten bei den jungen Menschen stark an.

UNICEF berichtet, dass der Druck, den Regierungen auf indigene Gemeinden ausüben um sie zu „homogenisieren und assimilieren“, direkt dazu führt, dass indigene Kinder leiden.

Assimilationspolitiken führen effektiv zur Auslöschung von indigenen Völkern, Sprachen und Kulturen. Offiziell lehnen die meisten Regierungen Assimilation ab und haben dies mit ihrer Zustimmung zur UN-Deklaration zu den Rechten Indigener Völker bestätigt.

Zu Kolonialzeiten war es sehr üblich indigene Völker zur Integration zu zwingen. Das erste internationale Abkommen für indigene Völker ist daher heute aufgrund des starken Assimilationsfokus eine Peinlichkeit. Es wurde durch die ILO Konvention 169 ersetzt – das stärkste internationale Gesetz für indigene Völker – aber viele Länder haben dieses bis heute nicht unterschrieben.

Die UN-Erklärung zu den Rechten Indigener Völker, welche die meisten Staaten unterstützen, besagt, dass „indigene Völker und Menschen […] das Recht [haben], keiner Zwangsassimilation oder Zerstörung ihrer Kultur ausgesetzt zu werden“. Doch in manchen Staaten wie Indien, die die Erklärung unterstützen, werden Indigene noch immer dazu gedrängt, sich an die Hauptgesellschaft anzupassen – das muss sich ändern.

Stolz statt Steinzeit

Eine Sache, die diese Anpassungspolitik oft zerstört, ist das Selbstwertgefühl Indigener und ihr Stolz auf ihre Lebensweise und ihr Land.

„Wir sind glücklich hier, hier haben wir unser Land und unseren Wald. Ich bin stolz auf meine Lebensweise. Hier leben wir alle auf unserm eigenen Land. Jedes Haus ist eingegliedert in Felder, mit unseren Rindern, unserem Getreide und dem Wald gleich daneben. Wir wollen bleiben wie wir sind, hier, auf unserem Land. Geld wäre für uns nicht gut. Wir würden nur böse werden und mit Flugzeugen fliegen und alles ausgeben, und dann würden wir zu Bettlern werden.“
- Ältester, Bhil, Indien

Indigene Völker, die auf ihrem eigenen Land leben, sind überall auf der Welt aufstrebende Gesellschaften. Sie wissen was sie brauchen und was sie wollen und ihre Entscheidungen müssen gehört und respektiert werden.

„Wir sind nicht arm oder primitiv. Wir sind sehr reich. Reich an unserer Kultur, unserer Sprache und unserem Land. Wir brauchen kein Geld oder Besitz. Was wir brauchen ist Respekt: Respekt für unsere Kultur und Respekt für unsere Landrechte.“
- Davi Yanomami, Brasilien

Erfahren Sie mehr über:

* Indigene Völker auf den Andamanen
* Buschleute
* Yanomami
* Das Abkommen ILO 169
* Fortschritt kann töten

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