Unkontaktierte Völker

Wer sind sie?

Es gibt weltweit mehr als einhundert unkontaktierte Völker.

Unkontaktierte Völker sind weder rückständig noch sind sie primitive Überreste aus einer entfernten Vergangenheit. Sie sind unsere Zeitgenossen und ein sehr wichtiger Teil der menschlichen Vielfalt. Wo ihre Rechte geachtet werden, können sie weiterhin gut und erfolgreich leben.

Weltkarte

Unkontaktierte Mashco-Piro am Flussufer in der Nähe des Manú-Nationalparks in Peru, 2011. © Jean-Paul Van Belle

Unterstände, die Angehörige eines unkontaktierten Volkes in Peru erbaut haben. © C Fagan/Round River Conservation Studies

Unkontaktierte Indigene in Brasilien, die während einer Expedition der brasilianischen Regierung 2010 von der Luft aus gesehen wurden. Die Fotos zeigen eine aufstrebende, gesunde Gemeinde mit Körben voll von frischem Maniok und Papaya aus ihren Gärten. Sie halten außerdem Metalltöpfe und Messer, die sie wahrscheinlich aus dem Tausch mit anderen indigenen Völkern erhalten haben. © G. Miranda/FUNAI/Survival

Dieser Mann, der mit Annatto-Farbe bemalt ist, befindet sich im Garten der Gemeinde, umgeben von Bananenstauden und Annatto-Bäumen. Acre, Brasilien. © G. Miranda/FUNAI/Survival

Das Bild eines Angehörigen des Kawahiva-Volkes in Brasilien wurde während einer zufälligen Begegnung mit einem Team der Indigenen-Behörde aufgenommen. Als der Mann bemerkte, dass er beobachtet wurde, floh er. © FUNAI

Die Sentinelesen leben auf einer bewaldeten Insel im Indischen Ozean und lehnen jeden Kontakt mit Außenstehenden ab. Sie sind das isolierteste Volk der Welt. Soweit dies aus der Ferne möglich ist, konnten Beobachter*innen feststellen, dass sie sehr gesund sind – im Gegensatz zu benachbarten Völkern, in deren Land eingedrungen wurde. Dieser Angehörige des Volkes schießt mit Pfeilen auf einen Überwachungshubschrauber. © Indian Coastguard/Survival

Unkontaktierte Indigene nahmen im Juni 2014 Kontakt mit einer kontaktierten Ashaninka-Gemeinde in der Nähe der brasilianisch-peruanischen Grenze auf. Die unkontaktierten Indigenen schienen jung und gesund. Dennoch berichteten sie von einem schockierenden Massaker an ihren älteren Verwandten. Nach dem Erstkontakt erkrankten sie an einer Atemwegsinfektion und mussten von einem medizinischen Team behandelt werden. © FUNAI/Survival

Wächter

Indigene Völker sind die besten Wächter der Natur, und Belege zeigen, dass indigene Gebiete die beste Barriere gegen Abholzung darstellen. Dieses Foto zeigt das Land eines unkontaktierten Volkes als eine grüne Insel in einem Meer der Abholzung (die orange Linie zeigt die Grenze des Gebietes). Es ist das Zuhause des „Letzten seines Volkes“ – ein einsamer Mann und der letzte Überlebende seines Volkes. Seine Angehörigen wurden vermutlich von Viehzüchtern niedergemetzelt, die ihr Land besetzt hatten.

Der beste Weg, die Zerstörung des Amazonas-Regenwaldes aufzuhalten, besteht darin, für die Landrechte unkontaktierter Völker zu kämpfen.

Vielfalt

Unkontaktierte Völker haben Lebensweisen entwickelt, die ausschließlich selbstversorgend und außergewöhnlich vielfältig sind. Sie machen das menschliche Leben viel reicher.

Die unkontaktierten Awá im brasilianischen Amazonasgebiet nutzen das Harz des Maçaranduba-Baumes um Feuer zu machen. Sie beleuchten damit ihre Häuser und jagen in der Nacht. Sie können Häuser in nur wenigen Stunden bauen – aus Lianen, Blättern und Baumstämmen.

Die unkontaktierten Kawahiva bauen komplizierte Leitern an Baumstämmen, um Honig aus Bienenstöcken zu sammeln. Sie bauen Fallen, mit denen sie Fische an den Bächen neben ihren Camps fangen können.

Ein unkontaktierter Mann, bekannt als der „Letzte seines Volkes“ gräbt tiefe Löcher, in denen er spitze Stöcke platziert, um große Beutetiere zu fangen.

Wissen

Das Wissen unkontaktierter Völker ist unersetzlich und hat sich über Jahrtausende entwickelt. Durch ihre botanischen und zoologischen Kenntnisse haben sie ein beeindruckendes Verständnis für ihre natürliche Umgebung und zeigen einzigartige Lösungen für eine nachhaltige Lebensweise auf. Viele unserer Grundnahrungsmittel und zahlreiche Arzneimittel, die in der westlichen Medizin eingesetzt werden, haben ihren Ursprung in indigenen Gesellschaften und Millionen Leben gerettet. Unkontaktierte Völker sind wahrscheinlich der Schlüssel zu vielen weiteren „Geheimnissen“ ihres Waldes.

Indigenes Tanaru-Gebiet

Indigene Völker sind die besten Wächter der Natur, und Belege zeigen, dass indigene Gebiete die beste Barriere gegen Abholzung darstellen. Dieses Foto zeigt das Land eines unkontaktierten Volkes als eine grüne Insel in einem Meer der Abholzung (die orange Linie zeigt die Grenze des Gebietes). Es ist das Zuhause des „Letzten seines Volkes“ – ein einsamer Mann und der letzte Überlebende seines Volkes. Seine Angehörigen wurden vermutlich von Viehzüchtern niedergemetzelt, die ihr Land besetzt hatten.

Der beste Weg, die Zerstörung des Amazonas-Regenwaldes aufzuhalten, besteht darin, für die Landrechte unkontaktierter Völker zu kämpfen.

© G. Miranda/FUNAI/Survival

Unkontaktierte Völker haben Lebensweisen entwickelt, die ausschließlich selbstversorgend und außergewöhnlich vielfältig sind. Sie machen das menschliche Leben viel reicher.

Die unkontaktierten Awá im brasilianischen Amazonasgebiet nutzen das Harz des Maçaranduba-Baumes um Feuer zu machen. Sie beleuchten damit ihre Häuser und jagen in der Nacht. Sie können Häuser in nur wenigen Stunden bauen – aus Lianen, Blättern und Baumstämmen.

Die unkontaktierten Kawahiva bauen komplizierte Leitern an Baumstämmen, um Honig aus Bienenstöcken zu sammeln. Sie bauen Fallen, mit denen sie Fische an den Bächen neben ihren Camps fangen können.

Ein unkontaktierter Mann, bekannt als der „Letzte seines Volkes“ gräbt tiefe Löcher, in denen er spitze Stöcke platziert, um große Beutetiere zu fangen.

© Peetsa/FUNAI/CGIIRC Archive

Das Wissen unkontaktierter Völker ist unersetzlich und hat sich über Jahrtausende entwickelt. Durch ihre botanischen und zoologischen Kenntnisse haben sie ein beeindruckendes Verständnis für ihre natürliche Umgebung und zeigen einzigartige Lösungen für eine nachhaltige Lebensweise auf. Viele unserer Grundnahrungsmittel und zahlreiche Arzneimittel, die in der westlichen Medizin eingesetzt werden, haben ihren Ursprung in indigenen Gesellschaften und Millionen Leben gerettet. Unkontaktierte Völker sind wahrscheinlich der Schlüssel zu vielen weiteren „Geheimnissen“ ihres Waldes.

Was meinen wir mit „unkontaktierten Völkern“?

Indigene Völker, die keinen friedlichen Kontakt mit anderen Menschen in der dominanten oder Mehrheitsgesellschaft eines Landes haben. Das können entweder ganze Völker sein oder aber kleinere Gruppen von bereits kontaktierten Völkern.

Bedeutet das, dass die Menschen überhaupt keinen Kontakt zur Außenwelt haben?

Nein. Jeder Mensch hat Nachbar*innen, auch wenn diese manchmal sehr weit entfernt leben. Aber man kennt sich doch. Wenn die Nachbar*innen selbst ein indigenes (unkontaktiertes) Volk sind, stehen sie vielleicht sogar in friedlichem Kontakt.

Waren sie früher einmal kontaktiert?

In einigen Fällen wohl ja. Manche hatten in der Vergangenheit wahrscheinlich Kontakt zu Siedlern und haben sich vor der Gewalt zurückgezogen, die sie dabei erfahren haben. Einige haben sich vielleicht auch von einer größeren Gruppe abgespaltet, um Kontakt zu vermeiden.

Leben sie heutzutage also nicht unbedingt wie vor mehreren Jahrhunderten?

Nein, das tut niemand. Einige Amazonas-Völker besaßen sogar Waffen, die sie aus dem Tausch mit benachbarten indigenen Völkern erhalten hatten, bevor sie je einen nicht-indigenen Menschen trafen. Die meisten unkontaktierten Völker haben Werkzeuge aus Metall benutzt, die sie gefunden, gestohlen oder mit ihren Nachbarn getauscht haben. Und das seit vielen Jahren oder sogar Generationen. Unkontaktierte Völker auf den Andamanen-Inseln beispielsweise benutzen Metallteile von Schiffswracks.

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