Unkontaktierte Indigene stehen vor Auslöschung
Die Awá sind eine der letzten Gruppen von nomadischen Jägern und Sammlern in Brasilien. Mehr als 60 Awá haben keinerlei Kontakt zur Außenwelt.
Obwohl die meisten von ihnen in rechtlich anerkannten Schutzgebieten leben, wird der Lebensraum der Awá immer kleiner: Holzfäller, Siedler und Viehzüchter dringen in ihr Land ein und holzen ihren Wald ab.
Die Awá sind ein kleines indigenes Volk, das im Bundesstaat Maranhão im Amazonasgebiet lebt. Sie sind eine der letzten beiden Gruppen von nomadischen Jägern und Sammlern in Brasilien.
Einige von ihnen sind unkontaktiert. Sie leben entweder in kleinen Familienzusammenschlüssen, außerhalb rechtlich anerkannter Gebiete, in den immer schneller schrumpfenden Wäldern Maranhãos, oder in einer Gruppe von etwa 60 Personen im Schutzgebiet Araribóia.
In den 1970er Jahren wurden in der Region beträchtliche Eisenerzvorkommen entdeckt. Daraufhin entstand das “Great Carajás Programme”, ein von der EU und der Weltbank gefördertes Entwicklungsprojekt, das unter anderem den Bau einer Mine und einer Eisenbahnstrecke beinhaltete.
Die Awá und andere unkontaktierte indigene Völker mussten mit ansehen, wie ihr Land einem beispiellosen Eindringen von Fremden aus der Außenwelt zum Opfer fiel.
Heute haben Holzfäller und Siedler das Land der Awá im Visier: Erstere bahnen sich mit Bulldozern ihren Weg in den Wald und Letztere jagen das Wild, auf das die Awá angewiesen sind. Dadurch kommen die Awá in Kontakt mit Krankheiten und Gewalt.
Mehrere große Viehzuchtbetriebe besiedeln weite Teile des Landes der Awá und haben bereits einen Großteil des Waldes zerstört. Ein brasilianischer Bundesrichter entschied im Juni 2009, dass alle Eindringlinge das Gebiet der Awá binnen 180 Tagen verlassen müssen. Das Urteil wurde jedoch zunächst ausgesetzt, da einige Viehzüchter und Farmer Einspruch gegen die Entscheidung einlegten. In der Zwischenzeit gehen illegale Abholzungen weiter und Außenstehende dringen immer tiefer in das Gebiet ein.
Survival drängt die brasilianischen Behörden, den Einspruch gegen das Urteil vom Juni 2009 abzulehnen und die Entscheidung von Richter Madeira wieder in Kraft zu setzen, alle Eindringlinge vom Land der Awá zu verbannen und kontinuierliche Maßnahmen zum Schutz des Gebietes zu ergreifen.
Für ein Überleben der Awá ist es äußerst wichtig, dass ihr Lebensraum im Wald intakt bleibt und sie weder Krankheiten, die durch Eindringlinge übertragen werden, noch Gewalt ausgesetzt werden, die ein Kontakt mit der Außenwelt oft mit sich bringt.
Survival hat sich viele Jahre erfolgreich für eine offizielle Anerkennung aller Awá-Gebiete eingesetzt.