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Die Awá

Unkontaktierte Indigene stehen vor Auslöschung

Die Awá sind eine der letzten Gruppen von nomadischen Jägern und Sammlern in Brasilien. Mehr als 60 Awá haben keinerlei Kontakt zur Außenwelt.

Obwohl die meisten von ihnen in rechtlich anerkannten Schutzgebieten leben, wird der Lebensraum der Awá immer kleiner: Holzfäller, Siedler und Viehzüchter dringen in ihr Land ein und holzen ihren Wald ab.

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Die Awá sind ein kleines indigenes Volk, das im Bundesstaat Maranhão im Amazonasgebiet lebt. Sie sind eine der letzten beiden Gruppen von nomadischen Jägern und Sammlern in Brasilien.

Ihre Heimat in den Wäldern wurde für Industrieprojekte und Rinderzucht freigegeben. Viele der nomadischen Awá starben nach Kontakt mit Außenstehenden – größtenteils an Krankheiten, gegen die sie kaum Abwehrkräfte besaßen. Einige wurden bei brutalen Massakern getötet, als Rancher den Wald für die Viehzucht rodeten.

Takwarentxia und sein Haustier-Affe, Juriti Gemeinde, Brasilien.
Takwarentxia und sein Haustier-Affe, Juriti Gemeinde, Brasilien.
© Fiona Watson/Survival

Heute leben etwa 355 Awá in vier verschiedenen Gemeinden. Für ihr Überleben sind sie noch immer komplett auf den Wald angewiesen.

Einige Awá sind unkontaktiert. Teilweise leben sie in kleinen Familienzusammenschlüssen, ständig auf der Flucht in den wenigen verbliebenen Wäldern außerhalb rechtlich geschützter Gebiete. Etwa 60 Awá leben im Schutzgebiet Araribóia, in das jedoch illegale Holzfällern eindringen.

In den 1970er Jahren wurden in der Region beträchtliche Eisenerzvorkommen entdeckt. Daraufhin entstand das “Great Carajás Programme”, ein von der Europäischen Union und der Weltbank gefördertes Entwicklungsprojekt, das den Bau einer Mine und einer Eisenbahnstrecke beinhaltete.

On the Run

The Awá are one of only two nomadic hunter-gatherer tribes left in Brazil but their forest is dwindling as settlers and cattle ranchers invade.

Die Awá und andere unkontaktierte Indianer mussten mit ansehen, wie Außenstehende in ihr Land eindrangen und dies mit der Eisenbahnstrecke zu der Carajás Mine „erschlossen“ wurde.

Wir leben in den Tiefen des Waldes und werden immer weiter in die Enge getrieben, je näher die Weißen kommen. Wir sind ständig auf der Flucht. Ohne den Wald sind wir nichts und haben keine Möglichkeit zu überleben.To’o, Mann der Awá

Heute haben Holzfäller und Siedler das Land der Awá im Visier: Sie bahnen sich mit Bulldozern ihren Weg in den Wald und jagen das Wild, auf das die Awá angewiesen sind. Dadurch kommen die Awá in Kontakt mit Krankheiten und Gewalt. Mittlerweile gibt es drei große illegale Siedlungen auf dem Awá Gebiet. Alle enstanden erst nach der offiziellen Anerkennung des Awá Landes durch die Regierung in 1992.

Mehrere große Viehzuchtbetriebe besiedeln weite Teile des Landes der Awá und haben bereits einen Großteil des Waldes zerstört.

Ein Awá Mädchen aus der Juriti Gemeinde, wo die meisten unkontaktierten Awá leben.
Ein Awá Mädchen aus der Juriti Gemeinde, wo die meisten unkontaktierten Awá leben.
© Fiona Watson/Survival

Ein brasilianischer Bundesrichter entschied im Juni 2009, dass alle Eindringlinge das Gebiet der Awá binnen 180 Tagen verlassen müssen. Das Urteil wurde jedoch zunächst ausgesetzt, da einige Viehzüchter und Farmer Einspruch gegen die Entscheidung einlegt haben. In der Zwischenzeit wird die illegale Abholzungen fortgeführt und Außenstehende dringen immer tiefer in das Gebiet ein. Satellitenbilder zeigen, dass über 30 Prozent des Regenwaldes in einem der Awá Gebiete bereits zerstört worden ist.

Wie hilft Survival?

Survival drängt die brasilianischen Behörden, den Einspruch gegen das Urteil vom Juni 2009 abzulehnen und die Entscheidung von Richter Madeira wieder in Kraft zu setzen, alle Eindringlinge vom Land der Awá zu verbannen und kontinuierliche Maßnahmen zum Schutz des Gebietes zu ergreifen.

Für ein Überleben der Awá ist es äußerst wichtig, dass ihr Lebensraum im Wald intakt bleibt und sie weder Krankheiten, die durch Eindringlinge übertragen werden, noch Gewalt ausgesetzt werden, die ein Kontakt mit der Außenwelt oft mit sich bringt.

Survival hat sich viele Jahre erfolgreich für eine offizielle Anerkennung aller Awá-Gebiete eingesetzt.

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