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Die Awá

Unkontaktierte Indigene stehen vor Auslöschung

Die Awá sind eine der letzten Gruppen von nomadischen Jägern und Sammlern in Brasilien. Mehr als 60 Awá haben keinerlei Kontakt zur Außenwelt.

Obwohl die meisten von ihnen in rechtlich anerkannten Schutzgebieten leben, wird der Lebensraum der Awá immer kleiner: Holzfäller, Siedler und Viehzüchter dringen in ihr Land ein und holzen ihren Wald ab.

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Die Awá leben in mindestens vier Gebieten. Obwohl ihr Land auf Karten verzeichnet ist und theoretisch ausschließlich durch die Indigenen genutzt werden darf, sind Außenstehende in das Territorium der Awá eingedrungen und haben einen Großteil davon zerstört. Die brasilianische Regierung war bisher nicht in der Lage, die Holzfäller, Farmer und Siedler, die sich auf dem Land der Awá befinden, zu vertreiben oder zu bestrafen.

Wälder auf dem Land der Awá werden illegal von Siedlern gerodet.
Wälder auf dem Land der Awá werden illegal von Siedlern gerodet.
© Fiona Watson/Survival

Eine Gruppe von Viehzüchtern besiedelt beispielsweise illegal einen großen Teil des Awá Gebietes, von dem man weiß, dass dort einige unkontaktierte Gruppen leben. In der Vergangenheit haben bewaffnete Männer, die von den Viehfarmern in der Nähe bezahlt werden, jeden Awá getötet auf den sie trafen. Es kann angenommen werden, dass ähnliche Gräueltaten erneut geschehen könnten.

Hunderte Siedler sind unrechtmäßig in das Gebiet der Awá vorgedrungen und haben drei illegale Siedlungen errichtet. Holzfäller haben ein Netzwerk von Straßen durch das Land gezogen und arbeiten sehr nah an einer der Awá Gemeinden. Satellitenbilder zeigen, dass mehr als 30 Prozent des Waldes auf dem Awá Gebiet seit 1985 zerstört wurden. 2009 zählte es zu jenen indigenen Gebieten im Amazonas, welche am stärksten von Entwaldung betroffen waren.

Jagen ist für die Awá inzwischen sehr schwierig geworden, wie Pire’i Awá erklärt: “Die Holzfäller zerstören all mein Land. Die Lastwagen kommen hierher, sie nehmen alle Bäume, sie machen viel Krach und die Wildschweine laufen davon… Ich kann keine Wildtiere mehr finden, ich kann nichts mehr finden… Ich bin wütend, sehr wütend auf die Holzfäller, extrem wütend. Es gibt kein Wild mehr das ich jagen kann und meine Kinder haben Hunger.”

Der Bau der Carajás-Mine und der Bahngleise markierte den Beginn der Invasion des Awá-Territoriums.
Der Bau der Carajás-Mine und der Bahngleise markierte den Beginn der Invasion des Awá-Territoriums.
© Peter Frey/Survival
In einem anderen Teil des Awá-Territoriums, dem Arabóia-Schutzgebiet, haben schwer bewaffnete Holzfäller große Teile des Waldes zerstört. Die unkontaktierten Awá, die dort lebten, sind seit Monaten nicht mehr gesichtet worden.

Darüber hinaus sind Siedler noch in einen weiteren Teil des Awá-Gebietes eingedrungen. Sie haben sich auf Landstrichen entlang der Carajás-Bahngleise niedergelassen und sind auch in das Innere des Waldes vorgedrungen.

Durch all diese Umstände wird das Überleben im Wald für die Awá zunehmend schwieriger. Mit der fortschreitenden Zerstörung der Wälder werden sie immer weiter in winzige Teile ihres Landes zurückgedrängt. Für die unkontaktierten Mitglieder dieses Volkes ist die Lage noch gefährlicher, und einige von ihnen haben das Eindringen von Holzfällern und Siedlern vermutlich nicht überlebt.

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