Meilensteinentscheidung – Vertreibung aus Nationalpark war illegal 22 Februar 2010

Die Afrikanische Kommission für Menschenrechte (ACHPR) hat sich dafür ausgesprochen, dem Volk der Endorois in Kenia ihr Land zurückzugeben. Die Endorois wurden bereits in den 1970er Jahren vertrieben um Platz für einen Nationalpark zu machen.

Kipsan Kipkazi, vom Endorois Wohlfahrstrat, sagte: „Wir sind sehr glücklich darüber, dass die Afrikanische Kommission die Fehler der Vergangenheit anerkannt hat.“ Die Entscheidung folgte einer Auseinandersetzung zwischen der kenianischen Regierung und den Endorois, welche durch durch die Organisation Minority Rights Group und das Zentrum für die Entwicklung von Minderheitenrechten in Kenia unterstützt wurden.

Die Endorois sind ein semi-nomadisches indigenes Volk, welches seit Jahrhunderten von der Viehzucht in Kenias Rift Valley lebt. In den 1970er Jahren wurden sie im Zuge der Gründung des Lake Bogoria Nationalparks von ihrem angestammten Land vertrieben. Der Nationalpark ist heute Weltkulturerbe der UNESCO.

Die Landrechte indigener Völker sind in Afrika weitestgehend nicht anerkannt. Es ist das erste Mal, dass die Afrikanische Kommission für Menschenrechte diese Rechte bestätig. Die Entscheidung beinhaltet die Empfehlung, dass die Endorois „uneingeschränkten Zugang“ zu Lake Bogoria erhalten sollen. Zudem sollen sie Nutzungsgebühren von bestehenden wirtschaftlichen Aktivitäten im Gebiet erhalten, ihr rechtlicher Anspruch auf ihr angestammtes Land soll gesichert und dessen vollständige Rückgabe vollzogen werden.

In anderen Teilen Kenias, kämpfen derweil die Ogiek für die Anerkennung ihrer Landrechte. Die kenianische Regierung versucht im Mau-Wald Umweltzerstörung durch Abholzung und Besiedlungen von Außenstehenden zu unterbinden, läuft jedoch Gefahr die Rechte der Ogiek auf ihr angestammtes Land zu ignorieren. Kenias Premierminister Raila Odinga hat inzwischen mitgeteilt, dass kein Ogiek von seinem Land vertrieben werden wird. Die Ogiek hoffen nun, dass er sein Wort hält.

 

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