Unkontaktierte Amazonas Indianer stehen vor Auslöschung 14 Februar 2011

Wälder auf dem Land der Awá werden illegal von Siedlern gerodet.
Wälder auf dem Land der Awá werden illegal von Siedlern gerodet.
© Fiona Watson/Survival

Survival International hat einen schockierenden Bericht erhalten, der zeigt, dass die Heimat der nomadischen Awá Indigenen im Jahr 2009 stärker entwaldet wurde als jedes andere indigene Gebiet im Amazonas.

Zwischen 60 und 100 Awá leben ohne Kontakt zur Außenwelt, doch ihre letzte Zuflucht wird immer weiter zerstört. Eine Vielzahl von Holzfällern und Siedlern dringt in das Gebiet der Awá ein. Obwohl den Behörden die Anwesenheit sowie die Identitäten der Eindringlinge bekannt ist, wurde bisher nichts unternommen.

Der Bericht der brasilianischen Behörde für indigene Angelegenheiten, FUNAI, zeigt, dass bereits 31 Prozent des Waldes auf dem Gebiet der Awá illegal abgeholzt worden ist.

Die Awá bewohnen drei der fünf indigenen Gebiete, die nach den aktuellsten Zahlen aus dem Jahr 2009 am stärksten von der Abholzung betroffen sind. Neben den isoliert lebenden Gruppen gibt es circa 360 kontaktierte Awá, die in unterschiedlichen Gemeinden leben.

Satellitenbilder zeigen, dass die Abholzung in dem Gebiet in den letzten zwei Jahrzehnten sehr stark zugenommen hat und nun auch in der Nähe von jenen Orten stattfindet, in denen die unkontaktierten Indianer gesichtet wurden.

Pire’i Ma’a, ein Mitglied der Awá, sagte gegenüber Survival: „Die Holzfäller zerstören alles Land … Dies ist indianisches Land. Ich bin wütend, sehr wütend auf die Holzfäller, extrem wütend. Es gibt kein Wild mehr das ich jagen kann und meine Kinder haben Hunger.“

Sehen Sie hier neues Filmmaterial über die Awá, in dem sie über die Bedrohungen der Entwaldung und Abholzung sprechen >>

Einige Awá haben komplett aufgehört zu jagen, da sie sich von illegalen Holzfällern in der Nähe bedroht fühlen.

Ein brasilianischer Anthropologe hat vor der Auslöschung der indigenen Gruppe gewarnt und ein FUNAI Mitarbeiter erklärte gegenüber dem brasilianischen Sender Globo TV, dass die Awá ausgelöscht werden würden, sollten die Behörden nicht unverzüglich handeln.

Als eines der beiden letzten nomadische Jäger und Sammler Völker in Brasilien, sind die Awá für ihr Überleben komplett auf den Wald angewiesen. Viele Awá sind bei brutalen Massakern von Farmern und Holzfällern ums Leben gekommen.

Kontakt mit Außenstehenden könnte für die unkonktierten Awá zerstörerische Folgen haben, da sie nur geringe Abwehrkräfte gegen eingeschleppte Krankheiten besitzen.

Laut brasilianischem Gesetz soll das Land als Lebensraum der Awá geschützt werden. Bisher sind die Behörden dabei jedoch gescheitert.

Survivals Direktor Stephen Corry sagte heute: „Vor unseren Augen spielt sich eine Tragödie ab – und der Grund ist ganz einfach das totale Versagen der brasilianischen Behörden bei der Einhaltung der Gesetze und dem Schutz des Landes der Awá.“

Hinweis an die Redaktion:

Der FUNAI Bericht zeigt, dass die 2009 am stärksten von Entwaldung betroffenen indigenen Gebete im Amazonas Awá, Alto Rio Guamá, Arariboia, Apyterewa und Cachoeira Seca waren. Awá Indianer, einschließlich der meisten unkontaktierten Gruppen, leben in drei dieser Gebiete: Awá, Alto Rio Guamá und Arariboia.

Die zerstörerischen Auswirkungen der Abholzung auf die Awá wird am 15. Februar in der BBC Sendung „The Chinese Are Coming“ beleuchtet.

 

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