Brutale Angriffe auf Guarani-Indianer in Brasilien

"Die Angriffe haben die Guarani dazu gezwungen, einen gefährlichen Flußübergang aus einem schmalen Seil zu bauen, um Nahrung zu holen."
"Die Angriffe haben die Guarani dazu gezwungen, einen gefährlichen Flußübergang aus einem schmalen Seil zu bauen, um Nahrung zu holen."

© MPF/Survival

Survival International hat Berichte erhalten, dass bewaffnete Männer indigene Guarani in Brasilien brutal von ihrem Land vertreiben. Diese müssen um ihr Leben fürchten, nachdem sie ihr angestammtes Land wiederbesetzt hatten.

Der Guarani-Anthropologe Tonico Benites sagte gegenüber Survival: “Das Leben dieser Menschen ist in unmittelbarer Gefahr. Jeden Moment könnte eines der Kinder sterben.”

Benites berichtete, dass sein Onkel nach dem letzten Angriff auf die Guarani-Gemeinden Pyelito Kuê und M’barakai an einem Auge blind wurde. Die Guarani leben südlich des brasilianischen Amazonasgebietes.

Laut den Berichten haben bewaffnete Männer Straßen blockiert und eine Brücke zerstört, die den Zugang zum Lager der Indianer ermöglicht hatte. Die Guarani wurden umzingelt, so dass Nahrung und medizinische Versorgung sie nicht erreichen können.

Hier sehen Sie ein Video einer anderen Guarani-Gemeinde, die jetzt einen kleinen Teil ihres angestammten Landes wieder besetzt hat:

Angestammtes LandNachdem sie fast zwei Jahre am Straßenrand gelebt hat, möchte diese Guarani-Gemeinde endlich nach Hause zurückkehren.

Die Opfer der Angriffe mussten sich in Sicherheit zu bringen, nachdem ihre Hütten und Kleidung in Brand gesetzt, und ihre Familien bedroht wurden.

"Die verbrannten Reste einer Guarani-Hütte nach einem Überfall von bewaffneten Männern."
"Die verbrannten Reste einer Guarani-Hütte nach einem Überfall von bewaffneten Männern."

© MPF/Survival

Ein Guarani-Mann berichtete: “Kleine Lichter und Taschenlampen haben in alle Richtungen geleuchtet, Kinder und ältere Personen konnten nicht davonlaufen. Während ich das schreibe, habe ich Tränen in den Augen. Wir haben fast keine Hoffnung mehr, in Brasilien überleben zu können.”

Dies ist einer aus einer Reihe von Überfällen, die diese Guarani seit Anfang August 2011 getroffen hat. Sie folgen dem Versuch der Indianer, auf ihr angestammtes Land zurückzukehren, das seit den 1970er Jahren von Viehzüchtern besetzt wird. 2003 und 2009 wurden diese Guarani ebenfalls angegriffen, als sie ähnliche Versuche machten, auf ihr Land zurückzukehren.

Survival-Direktor Stephen Corry sagte: “Es ist entsetzlich, dass die Guarani auf Grund ihrer Versuche, auf ihr rechtmäßiges Land zurückzukehren, wiederholt angegriffen werden. Die brasilianische Regierung muss schnell handeln, bevor noch mehr unschuldige Menschen ums Leben kommen.”

Die Gewalt wurde von der brasilianischen Regierung verurteilt. Survival hat an die Interamerikanische Kommission für Menschenrechte (IACHR) geschrieben und sie dazu aufgefordert, dringende Maßnahmen zum Schutz der Guarani zu ergreifen. Survival hat auch Brasiliens Justizministerium dazu aufgefordert, das Land der Guarani zu schützen und zu kartieren, so wie es in der brasilianischen Verfassung festgelegt ist.