Anti-Rassismus-Tag: Amazonas-Volk von "Genozid" bedroht

Illegale Abholzung könnte die Awá, das bedrohteste Volk der Welt, auslöschen.
Illegale Abholzung könnte die Awá, das bedrohteste Volk der Welt, auslöschen.
© Fiona Watson/Survival

Am internationalen Tag gegen Rassismus rufen Experten dazu auf, eine “reale Situation des Genozids” in Brasiliens Amazonasgebiet zu stoppen.

Die Experten warnen vor der Auslöschung der Awá-Indianer in Brasilien, sollten ihre Landrechte nicht geschützt werden. Ihr Land wird von Viehzüchtern und illegalen Holzfällern zerstört.

Die UN ruft heute dazu auf, dass die “Würde und Rechte” der Menschen weltweit respektiert werden. Allerdings leiden noch viele indigene Gemeinden unter ethnischem Hass.

Die Awá sind ein kleines Volk von etwa 355 Menschen, die gewalttätige Massaker überlebt haben. Sie leben im östlichen Amazonasgebiet und sind eines der letzten nomadischen Jäger und Sammler-Völker der Welt. Einige Awá leben immer noch unkontaktiert.

Die Lebensgrundlage der Awá ist auf ihren Wald angewiesen. Der Wald verschwindet jedoch rapide unter intensiver Abholzung, die das Land zerstört.

Am RandBrasiliens indigene Awá sind auf den Wald angewiesen, aber Abholzung bedroht ihre Zukunft.

Bruno Fragoso von der brasilianischen Behörde für indigene Angelegenheiten (FUNAI) sagt, dass “die Awá unter zunehmender Invasion leiden. Wenn nicht umgehend Notmaßnahmen ergriffen werden, sehen sie dem Aussterben entgegen”.

Ein brasilianischer Richter führte eine Untersuchung des Awá-Gebietes durch, und kommt zu dem Schluss: “Wir haben es mit echtem Genozid zu tun.”

Ebenso stellt eine Studie der Anthropologin und Awá-Expertin Dr. Eliane Cantarino O’Dwyer fest, dass “die Awá einer wahren Situation des Genozides gegenüberstehen”.

Der Wald der Awá ist eines der Indigenengebiete, die am schnellsten abgeholzt werden. Satellitenaufnahmen zeigen, dass in einem der vier Awá-Gebiete mehr als 30 Prozent des Regenwaldes schon zerstört wurde.

Das Überleben der Awá ist auf ihre Wälder angewiesen.
Das Überleben der Awá ist auf ihre Wälder angewiesen.

© Survival International

Experten sind insbesondere um die Auswirkungen dieses Eindringens auf die unkontaktierten Awá besorgt, die für Krankheiten besonders anfällig sind.

Survival Internationals Direktor Stephen Corry sagte heute: "Die Awá sind das bedrohteste Volk der Welt. Wenn ihre Rechte nicht geschützt werden, existieren sie demnächst nur noch in Geschichtsbüchern. Der Aufruf der Vereinten Nationen Rassendiskriminierung abzuschaffen, ist ein Schritt in die richtige Richtung, um Einstellungen zu ändern und um den Wald der Awá – ihr Zuhause – intakt zu halten.

Hinweis an die Redaktion:

Die UN begeht am Mittwoch, den 21. März 2012 den internationalen Tag gegen Rassismus.