Geheime Pläne für Gaserkundungen in UNESCO-Weltnaturerbe enthüllt 11 Februar 2013

Pläne zur Gasförderung im Nahua-Nanti-Reservat bedrohen die unkontaktierten Angehörigen der Nanti.
Pläne zur Gasförderung im Nahua-Nanti-Reservat bedrohen die unkontaktierten Angehörigen der Nanti.
© Survival International

Ein Bericht, der der britischen Tageszeitung The Guardian zugespielt wurde, enthüllt den geheimen Plan des argentinischen Gaskonzerns Pluspetrol, in einem Gebiet im Südosten Perus, das von unkontaktierten Völkern bewohnt wird, nach Gasvorkommen zu suchen.

Dass in dem Gebiet, eines von Perus wichtigsten Schutzgebieten, Gaserkundungen durchgeführt werden sollen, wurde bisher versucht geheim zu halten. Doch der Bericht enthüllt nun, dass Pluspetrol sowohl in einem Schutzgebiet für unkontaktierte Völker als auch im weltberühmten Manú-Nationalpark Arbeiten beginnen will.

Der Bericht, verfasst von der Erkundungsagentur Quartz Services S.A., belegt die Hoffnungen von Pluspetrol, auch über seinen bisherigen Förderbereich “Block 88” hinaus in ein Gebiet zu expandieren, das als “Fitzcarrald” bekannt ist. In Block 88 ist mit dem Camisea-Gasprojekt bereits eines der größten Förderprojekte für natürliches Gas in der Amazonasregion aktiv.

Der Bericht von Quartz gibt an, dass seine Mission “nicht nur zu der Kontinuität der Aktivitäten in Block 88 beitragen wird, sondern auch zur Entwicklung des geschützten Gebietes im Manú-Nationalpark”.

Die Menschenrechtsorganisation Survival International hatte bereits wiederholt an die peruanische Regierung und die Gaskonzerne geschrieben, um weitere Informationen über den Förderblock Fitzcarrald zu erhalten, wurde jedoch mit dem Hinweis vertröstet, dass keine konkreten Erkundungspläne vorliegen würden.

Fitzcarrald würde das Nahua-Nanti-Schutzgebiet in der Mitte durchtrennen und bis in den Manú-Nationalpark hineinragen. Manú ist aufgrund seiner hohen biologischen Vielfalt, die “höher ist als an jedem anderen Ort der Erde”, auch UNESCO-Weltnaturerbe.

Die Hubschrauber rund um das Camisea-Projekt vertreiben das Wild, von dem viele Indigene leben.
Die Hubschrauber rund um das Camisea-Projekt vertreiben das Wild, von dem viele Indigene leben.
© A. Goldstein / Survival

2011 wurde ein Erkundungsteam im Auftrag von Pluspetrol von Nahua-Indianern dabei entdeckt, wie es außerhalb von Pluspetrols Konzessionen Untersuchungen durchführte.

Zunächst hatten die Nahua die Arbeiter gebeten ihr angestammtes Land zu verlassen. Nachdem das Unternehmen Angehörigen der Nahua Geschenke angeboten hatte, durften sie ihre Arbeit jedoch fortsetzen.

Seit einem Präsidialerlass von 2003 sind alle Öl- oder Gaserkundungen in dem geschützten Gebiet untersagt. Der Erlass verbietet jede Erweiterung des Camisea-Gasprojektes innerhalb des Nahua-Nanti-Schutzgebietes.

Der Kontakt mit Außenstehenden birgt für unkontaktierte Indigene hohe Risiken, da sie gegen eingeschleppte Krankheiten keine oder nur geringfügige Abwehrkräfte entwickelt haben.

Die peruanischen Organisationen indigener Völker im Amazonasgebiet AIDESEP, FENAMAD, ORAU und COMARU haben erklärt, dass sie rechtliche Schritte gegen die Ausweitung von Camisea einleiten werden.

Stephen Corry, Direktor von Survival International, erklärte heute: “Pluspetrol weiß sehr genau, dass ihre Erweiterungspläne illegal sind. Es wird auch wissen, dass das unbefugte Betreten indigenen Landes seinen unkontaktierten Bewohnern Tod und Zerstörung bringt. Wenn dieses Projekt weiter laufen darf, könnte sich Pluspetrol der Zerstörung eines ganzen indigenen Volkes schuldig machen. Warum erlaubt Perus Regierung einem ausländischen Unternehmen, sich über seine Gesetze hinwegzusetzen und das Überleben seiner eigenen Bürger zu gefährden?”

Zu Survivals Bildergalerie über unkontaktierte Völker im Südosten Perus »

 

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