Hintergrundinformation

Abholzung

Das Abholzen von Wäldern ist ein äußerst profitables und zerstörerisches Geschäft. Viele Unternehmen und Gruppen, welche die Industrie beliefern, sind bereit alles zu tun, um an Holz zu gelangen.

Dies geschieht oft zu Lasten indigener Völker. Holzfäller zerstören die Wälder, die den Indigenen als Heimat und Hauptnahrungsquelle dienen und zudem Grundlage ihrer Gesellschaft und Kultur sind.

Holzfäller bringen die Indigenen aber auch in Kontakt mit Krankheiten, Drogen und Abhängigkeiten.

Holz hatte für den Menschen schon immer großen Wert. Holz war lange Zeit die Hauptenergiequelle weltweit und wird heute vorwiegend im Baugewerbe, sowie für Möbel, Werkzeuge oder Armaturen in Fahrzeugen verwendet.

Indigene Völker sind von der Abholzung der Wälder auf verschiedene Weise betroffen – je nachdem wie die jeweilige Regierung dazu steht, beziehungsweise um welche Art von Holz es sich handelt.

Einige Holzfäller arbeiten mit Erlaubnis der Regierung. Diese vergibt Arbeitsgenehmigungen auf dem angestammten Land indigener Völker, oft ohne die Zustimmung des Volkes. Es kommt aber auch vor, dass Holzfäller ohne jede Berechtigung in das Land Indigener eindringen.

In beiden Fällen hat die Anwesenheit der Holzfäller verheerende Auswirkungen: Die Heimat der Indigenen wird abgeholzt und zum Sägewerk oder Markt abtransportiert, zersägt und verkauft.

Fallbeispiele

UNKONTAKTIERTE VÖLKER IN PERU

Abholzung stellt eine der größten Bedrohungen für unkontaktierte Völker in Peru dar. Dort stehen einige der weltweit letzten wirtschaftlich nutzbaren Mahagonibäume.

Zufälliger- und auch tragischerweise, stehen diese Bäume ausgerechnet in den Gebieten des peruanischen Amazonasgebietes, in denen auch einige der weltweit letzten unkontaktierten Völker leben.

Holzfäller sind oft bewaffnet und könnten auf Indigene schießen, wenn sie ihnen begegnen. Es gibt Berichte von gewaltsamen Zusammenstößen. Aber auch Krankheiten sind eine Bedrohung. Als Mitte der 1990er Jahre Holzfäller in Kontakt mit dem vorher unkontaktierten Murunahua-Volk kamen, starben Schätzungen zufolge etwa die Hälfte der Murunahua.

Die Abholzungsarbeiten haben bereits einige der unkontaktierten Indigenen Perus gezwungen, über die Grenze nach Brasilien zu fliehen. Vertreter der brasilianischen Regierung haben verlassene Häuser der Indigenen fotografiert und Pfeile gesammelt, die ihnen gehörten.

DIE PENAN, MALAYSIA

Die Penan leiden seit 1970 unter der Abholzung ihrer Wälder. Ihr Land wurde verwüstet, die Bäume wurden gefällt, das Wild vertrieben, die Flüsse sind versandet und die Fische starben.

Die Penan beschuldigten auch Arbeiter von zwei malaysischen Holzunternehmen, Frauen der Penan belästigt und vergewaltigt zu haben, darunter auch Schulmädchen. Die berüchtigtste Abholzungsfirma ist Samling.

Viele Penan haben die Dinge selbst in die Hand genommen und versuchen, mit Blockaden die Holzfäller fernzuhalten. Das ist ein Zeichen dafür, wie aussichtslos die Lage der Penan ist: die Blockaden bedeuten auch Nahrungsmittelknappheit und Vergeltungsmaßnahmen von Holzfällern oder der Regierung.

Auf Survivals Webseite

* Unkontaktierte Völker Perus
* Die Penan
* Kampagne Fortschritt kann töten

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