Die Buschleute protestierten vergangenen Samstag auf einer Wahlkundgebung des Präsidenten Ian Khama, um das Recht auf Jagd und somit die Ernährung ihrer Familien einzufordern. (Archivbild)

Die Buschleute protestierten vergangenen Samstag auf einer Wahlkundgebung des Präsidenten Ian Khama, um das Recht auf Jagd und somit die Ernährung ihrer Familien einzufordern. (Archivbild)

© Survival International

Botswanas Präsident Ian Khama wurde vergangenen Samstag während einer Wahlkundgebung in einem Umsiedlungslager mit Protesten von Buschleuten konfrontiert. Sie prangerten die Versuche der Regierung an, die Buschleute auf ihrem angestammten Land im Central Kalahari Game Reserve verhungern zu lassen.

Die Kalahari-Buschleute forderten die Anerkennung ihres Rechts auf die Jagd, um ihre Familien zu ernähren. Sie schwenkten Slogans wie „Jäger nicht Wilderer“ und „Buschleute sind die besten Naturschützer“.

Die Präsidentschaft von Ian Khama – der Vorstandsmitglied der US-amerikanischen Umweltorganisation Conservation International ist – wurde durch Kontroversen über Versuche die Buschleute im Namen des Naturschutzes zu vertreiben überschattet, da gleichzeitig Fracking-Erkundungen und eine Diamantenmine auf ihrem Land genehmigt wurden.

Während seines Besuches im „New Xade“-Umsiedlungslager blieb eine Auseinandersetzung mit den aktuellen Problemen, welche die Buschleute betreffen, aus. Dazu gehören die Ablehnung der Regierung den Buschleuten das Jagen im Reservat zu erlauben; die Bedingung, dass sich die Buschleute für eine beschränkende Genehmigung bewerben müssen, um das Reservat betreten zu dürfen; und die Eröffnung der Diamantenmine auf dem Land der Buschleute.

Obwohl eine historische Entscheidung des Obersten Gerichtes im Jahr 2006 die Rechte der Buschleute in dem Reservat zu leben und zu jagen bestärkte, hat die Regierung Anfang dieses Jahres ein umfassendes Jagdverbot ausgesprochen.

Die Buschleute kümmern sich besser als jeder andere um den Schutz ihrer Umwelt. Da sie für ihre Nahrung jagen, werden sie jedoch der „Wilderei“ beschuldigt und sind Verfolgungen, Folter und Festnahmen ausgesetzt, während zahlende Großwildjäger begünstigt werden.

Umsiedlungslager wie New Xade werden von den Buschleuten „Orte des Todes“ genannt. Durch die erzwungene Sesshaftigkeit sind die halbnomadischen Jäger und Sammler hohen Alkoholismus- und AIDS-Raten ausgesetzt, wie der BBC im Januar 2014 berichtete.

Stephen Corry, Direktor von Survival International, der globalen Bewegung für die Rechte indigener Völker, sagte heute: "Das Central Kalahari Game Reserve wurde als ‘Rückzugsort’ für die Buschleute geschaffen, damit sie dort leben und jagen können. Dennoch hat sich keine einzige Naturschutzorganisation für die Menschenrechte der Buschleute eingesetzt, als sie illegal im Namen des ‘Naturschutzes’ zwangsumgesiedelt wurden. Ebenso übersehen sie den Diamantenabbau und die Fracking-Erkundungen, die Präsident Khama auf dem Land der Buschleute fördert. Conservation International hat sogar Khama – der für die Verfolgung der indigenen Bevölkerung verantwortlich ist – in seinen Vorstand gewählt und ignoriert somit bedauerlicherweise die grausamen Menschenrechtsverletzungen, die er verursacht hat.”