Die Tacana warnen schon länger vor den Gefahren der Erdölsuche für unkontaktierte Indigene.

Die Tacana warnen schon länger vor den Gefahren der Erdölsuche für unkontaktierte Indigene. © El Diario

Die staatliche Erdölfirma Boliviens verneint Berichte, laut welchen Arbeiter*innen während einer Erkundung nahe der peruanischen Grenze mehrmals auf eine Gruppe unkontaktierter Indigener traf.

Die staatliche Unternehmen YPFB hat BGP Bolivia, ein Tochterunternehmen einer chinesischen Ölfirma, mit der Erkundung beauftragt.

Augenzeug*innen zufolge stießen Arbeiter*innen im August und September bei der Freilegung von Dschungelwegen auf Fußabdrücke, zerbrochene Äste und leere Schildkröten-Panzer.

Am 17. September wurden die Arbeiter*innen von deutlich hörbaren Rufen von Menschen überrascht. BGP setzte seine Arbeit in dem Gebiet aus und zog seine Mitarbeiter*innen ab. Ein Arbeiter berichtet: „Wir hörten Menschenrufe circa 80-100 m von den Wegen entfernt.“

In der Nacht des 18. Septembers wurden die Arbeiter*innen in ihrem Camp von Indigenen umstellt, vermutlich aus derselben Gruppe.

Die Tacana, ein in der Region beheimatetes indigenes Volk, hatten YPFB bereits vor längerem davor gewarnt, in dieser Gegend nach Öl zu suchen, wegen der Gefahren für ihre unkontaktierten Nachbar*innen. Am 14. September schrieben die Tacana an die Regierung: „Die Situation ist äußerst ernst und die Behörden müssen umgehend einschreiten.“

Trotz der sich häufenden Beweise für unkontaktierte Indigene, leugnet der Präsident von YPFB deren Existenz. „Es gibt keine Beweise von irgendwelche unkontaktierten Indianer. Die Fakten wurden verdreht – wir werden unsere Arbeit fortführen.“

Sollte dies geschehen, könnte es für die unkontaktierten Völker, auch Toromonas genannt, verheerende Folgen haben. Die Pläne für die Ölsuche in zwei Gebieten umfassen die Freilegung von mehreren hundert Wegen durch den Regenwald und mehr als 61.000 kleine unterirdische Explosionen.

Der Lärm und die Störung, als auch der Zuzug der Arbeiter*innen in den tiefen Dschungel, bergen ein hohes Risiko für einen ungeplanten oder erzwungenen Kontakt. Unkontaktierte Völker sind die bedrohtesten Gesellschaften unserer Erde und die Risiken einer Ansteckung mit Fieber oder den Masern, gegen welche sie keine Resistenzen haben, sind enorm,

Die Arbeiten werden im unkontaktierten Grenzland des Amazonasgebietes durchgeführt, wo die meisten unkontaktierten Völker der Welt leben. Ihnen droht eine Katastrophe wenn ihr Gebiet nicht geschützt wird.

Chronologie:

20.-23. August, 12./15. September: BGP Arbeiter*innen stoßen auf Beweise für die Existenz der unkontaktierten Toromona

17. September: Arbeiter*innen werden von den Rufen aus der Nähe überrascht. BGP zieht seine Arbeiter*innen zurück und unterbricht seine Aktivitäten in dem Gebiet

18. September: Nachts werden Arbeiter*innen in ihrem Camp von unkontaktierten Indigenen umstellt. BGP sendet einen Bericht an YPFB

17. Oktober: Der Präsident von YPFB verleugnet die Existenz von unkontaktierten Völkern

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