Promis unterstützen Boykott indischer Tiger-Reservate

Dieser Mann vom Volk der Jenu Keruba wurde von Forstbeamten angeschossen. Völker wie die Jenu Keruba müssen mit ständigen Drohungen und illegalen Vertreibungen von ihrem Land leben.

Dieser Mann vom Volk der Jenu Keruba wurde von Forstbeamten angeschossen. Völker wie die Jenu Keruba müssen mit ständigen Drohungen und illegalen Vertreibungen von ihrem Land leben.

Viele bekannte Gesichter haben sich dem Aufruf von Survival International zu einem globalen Boykott indischer Tiger-Reservate angeschlossen. Sie protestieren damit gegen einen Erlass der Behörden, der indigene Rechte in Schutzgebieten aberkennt.

Zu den prominenten Unterstützer*innen des Boykotts zählen Gillian Anderson, Dominic West, Sir Mark Rylance und Julian Lennon. Der bekannte indische Autor und Umweltschützer Amitav Ghosh hat sich für die Anerkennung der Rechte indigener Waldvölker ausgesprochen.

Das indische Forstgesetz garantiert indigenen Völkern das Recht auf ihrem angestammten Land zu leben und es zu schützen. Aber die Nationale Tigerbehörde (NTCA) hat in einer rechtswidrigen Anordnung verfügt, dass Waldrechte in Tiger-Schutzgebieten im ganzen Land nicht anerkannt werden sollen.

Nachdem eine Eingabe zu diesem dringlichen Fall bei der indischen Regierung ohne Antwort blieb, ruft Survival nun zu einem globalen Reiseboykott der Tiger-Reservate auf, bis die Anordnung der NTCA zurückgezogen ist.

Schauspielerin, Aktivistin und Survival-Botschafterin Gillian Anderson unterstützt den Boykott indischer Tiger-Schutzgebiete.

Schauspielerin, Aktivistin und Survival-Botschafterin Gillian Anderson unterstützt den Boykott indischer Tiger-Schutzgebiete.

Vielen indigenen Völkern droht die illegale Vertreibung von ihrem Land, obwohl es kaum Anhaltspunkte dafür gibt, dass ihre größtenteils nachhaltige Lebensweise mit dem Rückgang der Tiger in Verbindung steht. Mitarbeiter*innen der Forstbehörde bedrohen regelmäßig Indigene und schüchtern sie ein, damit sie „zustimmen“ ihre Heimat im Wald zu verlassen. Sie klären sie nicht über ihr Recht auf, auf ihrem Land bleiben zu dürfen.

Vertreibungen bedeuten für Indigene ein Leben in Armut und Ausgrenzung an den Rändern der indischen Gesellschaft. Gleichzeitig wird der Tourismus in den Tiger-Schutzgebieten gefördert, der den Lebensraum der Tiger stört und sie für Wilderei angreifbarer macht.

Ein Mann vom Volk der Jenu Keruba, der aus dem Nationalpark Nagarhole vertrieben wurde, sagte: „Sie haben uns vertrieben, weil wir angeblich zu viel Krach gemacht haben. Weil wir den Wald gestört hätten. Aber jetzt gibt es hier lauter Geländewagen und Touristen-Fahrzeuge. Stört das die Tiere nicht?“

Viele Reisende besuchen regelmäßig indische Tiger-Schutzgebiete in Geländewagen.

Viele Reisende besuchen regelmäßig indische Tiger-Schutzgebiete in Geländewagen.

Indigene Völker sind von ihrer Umwelt abhängig und verwalten diese seit Jahrtausenden. Ihr Land ist keine „Wildnis“. Sie sind die besten Umweltschützer und Wächter der Natur. Sie sollten die Naturschutzbewegung anführen.

In einem Tiger-Schutzgebiet in Indien, in dem die Soliga das Recht erkämpft haben auf ihrem Land bleiben zu können, ist die Anzahl der Tiger überdurchschnittlich gewachsen.

Stephen Corry, Direktor von Survival International, sagte: „Menschen schließen sich unserem Boykott an, wenn sie von dem menschlichen Leid erfahren, das sich hinter indischen Tiger-Schutzgebieten verbirgt. Die NTCA verfolgt ein völlig überholtes Model von der „Festung Naturschutz“ und vertreibt die Besitzer*innen der Wälder, die diese seit Jahrhunderten geschützt und erhalten haben. Dies verursacht nicht nur Elend, es rettet auch den Tiger nicht. Die NTCA sollte ihre Politik schnell umkehren, zum Wohl der Tiger, der indigenen Gemeinden und der Reputation ihres Landes im Tourismus.“