Ayoreo in Paraguay feiern Landsieg

Die Ayoreo-Kinder Edison, Hugo und Eber spielen im Totobiegosode-Dorf Arocojnadi 2019.

Die Ayoreo-Kinder Edison, Hugo und Eber spielen im Totobiegosode-Dorf Arocojnadi 2019.

© X. Clarke / Survival International

Die Ayoreo-Totobiegosode, ein indigenes Volk im Herzen Südamerikas, haben nach 26 Jahren endlich ein Herzstück hres Territoriums gesichert.

Ayoreo-Verteter*innen erhielten die offiziellen Landurkunden für 180 km2 ihres angestammten Gebietes.

Einige Ayoreo leben weiterhin unkontaktiert und wurden in dieser Gegend gesichtet. Sie sind die letzten unkontaktierten Indigene Amerikas außerhalb des Amazonasgebietes. Die Unkontaktierten leben im Herzen des paraguayischen Gran Chaco, der Region mit der höchsten Abholzungsrate der Welt.

Gabide Etacore, ein Ayoreo-Totobiegosode Anführer der Gemeinde Arocojnadi. 2019

Gabide Etacore, ein Ayoreo-Totobiegosode Anführer der Gemeinde Arocojnadi. 2019

© X. Clarke/ Survival International

Survival setzt sich seit den 1970er Jahren für die Rückgabe des Ayoreo-Gebietes ein. 1993 erhoben die Ayoreo offiziell Anspruch auf ein 5.500 km2 großes Gebiet, einen kleinen Teil ihres ursprünglichen Territoriums.

Ein großer Teil ihres Landes wurde an Unternehmen verkauft, die den Wald abgeholzt haben, um Flächen für die Viehzucht zu schaffen. Dazu gehören auch ein brasilianisches Viehzuchtunternehmen und eine paraguayische Tochtergesellschaft des spanischen Baukonzerns Grupo San José.

Seit 1969 sind viele zuvor unkontaktierte Ayoreo aus ihren Wäldern vertrieben worden. Die fundamentalistische Missionarsgruppe New Tribes Mission (heute Ethnos360) half dabei, „Menschenjagden“ zu organisieren, bei denen große Gruppen unkontaktierter Ayoreo gewaltsam aus den Wäldern vertrieben wurden. Viele kamen in diesen gewalttätigen Auseinandersetzungen oder durch Krankheiten, gegen die sie keinen Immunschutz hatten, ums Leben.

Es ist nicht bekannt, wieviele Angehörige der Ayoreo momentan in den Wäldern leben und den Kontakt mit der Außenwelt ablehnen. Sie leben vom Jagen und Sammeln und legen enorme Entfernungen zu Fuß zurück, um den Bränden und der Rodung ihres Landes zu entkommen. 2004 tauchte eine Gruppe von ihnen aus dem Regenwald auf, um Zuflucht zu suchen vor den Bulldozern, die ihr Dorf und ihre Gärten zerstört hatten.

Die Interamerikanische Kommission für Menschenrechte (IAKMR) hat von der paraguayischen Regierung gefordert, Schritte zu unternehmen, um die Abholzung des Ayoreo-Territoriums aufzuhalten und so die unkontaktierten Angehörigen des Volkes vor ungewolltem Zwangskontakt zu schützen.