Brasilianische Behörde und nationale Organisationen warnen vor Gefahr für unkontaktiertes Volk der Kawahiva

25 März 2026

© FUNAI
Die unkontaktiert lebenden Angehörigen der Kawahiva im Gebiet Kawahiva do Rio Pardo sind gezwungen, auf der Flucht zu leben, da ihr Territorium von Eindringlingen umgeben ist.

In einem offenen Brief weisen die brasilianische DPU (Bundesstrafverteidigungsbehörde), Opi (Beobachtungsstelle für die Menschenrechte isolierter und kürzlich kontaktierter indigener Völker), OPAN (Operação Amazônia Nativa) und FEPOIMT (Föderation der indigenen Völker und Organisationen von Mato Grosso) auf „das konkrete und unmittelbare Risiko für das physische und kulturelle Überleben des isolierten indigenen Volkes“ hin, das durch die Verzögerungen bei der Demarkierung des indigenen Territoriums Kawahiva do Rio Pardo (MT) entsteht.

Das Schreiben, das sich an den Nationalen Justizrat (CNJ) richtet, fordert eine Prüfung des Falls angesichts der wiederholten Missachtung gerichtlicher Anordnungen. Darüber hinaus gibt es drei zivilrechtliche Klagen der Bundesstaatsanwaltschaft (MPF) im Bundesstaat Mato Grosso – aus den Jahren 2005, 2010 und 2019 –, in denen die Justiz bereits die Abgrenzung und den Schutz des Gebiets angeordnet hatte.

Obwohl die brasilianische Indigenenbehörde FUNAI die Existenz der Kawahiva bereits vor 26 Jahren bestätigt hat, zieht sich die Anerkennung ihrer Landrechte hin und steckt in Bürokratie, rechtlichen Hürden und politischem Widerstand fest. 

Diese erhebliche Verzögerung hat Landraubende, Holzfällende und Viehzüchtende begünstigt, die im Laufe der Jahre in das Gebiet eingedrungen sind und eine massive Bedrohung für das unkontaktierte indigene Volk darstellen. Die Kawahiva sind nomadische Jäger und Sammler, die vollständig von ihrer intakten Umwelt abhängig sind und den Kontakt zur Außenwelt bewusst ablehnen. Die Verschleppung der Abgrenzung ist nicht nur rechtswidrig, sondern auch äußerst gefährlich und stellt ein unmittelbares Risiko eines Völkermords an einem unkontaktierten Volk dar.

Eliane Xunakalo, Präsidentin von FEPOIMT, erklärte: „Es ist wichtig, dass der CNJ in diesem Verfahren handelt, damit unsere unkontaktierten Verwandten das Recht auf ihr Territorium anerkannt bekommen. Die offizielle Abgrenzung der Gebiete ist eine Überlebensgarantie für sie, da wir wissen, dass die Bedrohungen unsere Verwandten einem Risiko von Tod und sogar dem kompletten Aussterben eines indigenen Volkes aussetzen.“

Survival arbeitet – gemeinsam mit COIAB (Koordination der indigenen Organisationen des brasilianischen Amazonasgebiets), FEPOIMT, OPAN und Opi – an der Abgrenzung des indigenen Gebiets Kawahiva do Rio Pardo.

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