Expedition bestätigt die Existenz unkontaktierter Indigener

Awá Männer jagen im Wald. © Fiona Watson/Survival
Awá Männer jagen im Wald. © Fiona Watson/Survival
© Fiona Watson/Survival

Eine Expedition der brasilianischen Indianerbehörde FUNAI hat die Existenz einer Gruppe unkontaktierter Indigener im Bundesstaat Maranhão im östlichen Amazonasgebiet bestätigt.

FUNAI hatte schon seit den 1980ern Hinweise auf die Anwesenheit dieser Gruppe im Indigenengebiet von Araribóia, doch konnte dies erst jetzt beweisen.

FUNAI sagte, dass die Gruppe von etwa 60 Mitgliedern wahrscheinlich dem Volk der Awá angehört.

Die Awá sind eines der letzten zwei nomadisch lebenden Jäger und Sammler-Völker Brasiliens.

In den 1970er Jahren wurden in der Region beträchtliche Eisenerzvorkommen entdeckt. Daraufhin entstand das “Great Carajás Programme”, ein von der EU und der Weltbank gefördertes Entwicklungsprojekt.

Der Wald stellt die Lebensgrundlage der Awá dar und wird derzeit zunehmend von Holzfällern und Viehzüchtern zerstört, die zudem das Wild jagen. Die unktontaktierten Awá sind auf eingeschleppte Krankheiten sehr anfällig, und in der Vergangenheit ist es schon öfters zu tödlichen Konflikten zwischen Indigenen und Eindringlingen gekommen.

Survival hat sich bereits erfolgreich für die Anerkennung der Landrechte der Awá eingesetzt. Letztes Jahr startete es eine Kampagne um Brasiliens Behörden dazu aufzufordern, alle Eindringlinge aus dem Gebiet der Awá zu entfernen.

Am 30. Juni 2009 entschied ein brasilianischer Bundesrichter, dass alle Viehzüchter und illegale Siedler das Gebiet innerhalb 180 Tage zu verlassen hätten.

Die jüngste Bestätigung einer weiteren Gruppe von Awá verstärkt die Notwendigkeit für die Behörden, das Gebiet weiterhin zu überwachen und vor Eindringlingen zu schützen.