Operation zum Schutz der Awá: erste Phase abgeschlossen

Die brasilianischen Behörden haben die erste Phase ihrer Operation zur Ausweisung illegaler Holzfäller und Viehzüchter aus dem Awá-Gebiet abgeschlossen.

Die brasilianischen Behörden haben die erste Phase ihrer Operation zur Ausweisung illegaler Holzfäller und Viehzüchter aus dem Awá-Gebiet abgeschlossen.

© Mário Vilela/FUNAI

Die erste Phase der Operation der brasilianischen Regierung zur Ausweisung illegaler Holzfäller und Viehzüchter aus dem Land des Awá-Volkes ist nun abgeschlossen. Alle Betroffenen wurden benachrichtigt, dass sie das Gebiet verlassen müssen.

Insgesamt wurden 427 Benachrichtigungen erteilt. Nicht-Indianer müssen das Gebiet innerhalb von 40 Tagen verlassen oder sie werden ausgewiesen.

Die Awá sind auf internationaler Ebene als das bedrohteste indigene Volk der Welt bekannt geworden, da ihr Wald in einem erschreckenden Tempo abgeholzt wird und brasilianische Experten davor gewarnt haben, dass ihnen ein Genozid und die Ausrottung bevorstehen.

Nach einer Reihe verzweifelter Aufrufe der Awá und Survivals internationaler Kampagne zum Schutz ihres Landes, hat Brasiliens Regierung zu Beginn des Jahres schließlich eine große Bodenoperation gestartet.

Die Awá sind zum Überleben auf ihren Wald angewiesen.

Die Awá sind zum Überleben auf ihren Wald angewiesen.
© Survival

Der Richter Carlos Madeira, der die Ausweisung aller Eindringlinge aus dem Gebiet angeordnet hat, hat auf dem brasilianischen Sender TV Globo News auf die internationale Sorge um die Lage der Awá aufmerksam gemacht und angegeben, dass er 10.000 Briefe aus aller Welt bekommen hat, die ihn dazu aufgefordert haben, zu handeln.

Brasiliens Justizminister hat über 56.000 E-Mails erhalten, die einen Aufruf zum Schutz des Awá-Gebietes enthielten.

An der Operation sind mehrere Minsterien sowie Brasiliens Behörde für indigene Angelegenheiten (FUNAI), das Militär, die Bundespolizei und das Präsidialamt beteiligt. Mindestens 200 Sondereinsatzkräfte sind vor Ort.

Der brasilianische Abgeordneter Padre Ton, der vergangenen Monat im Europäischen Parlament an einer Konferenz zur Notlage der Awá teilgenommen hatte, hat erklärt, dass der Kongress den Awá-Fall beobachten wird. Er plant, das indigene Volk zu besuchen, sobald die Ausweisungen vollendet sind.

Heute sollen sich die Behörden treffen, um Details des Landschutz-Programms zu bestätigen, das sie durchführen werden, sobald die Awá ihr gesamtes Land zur exklusiven Nutzung zurückbekommen haben – wie es brasilianisches und internationales Recht vorsehen.