Neuer Bericht enthüllt die „dunkle Seite des Naturschutzes“ 13 November 2014

"Indigene Völker sind die besten Umweltschützer und Wächter der Natur. Survivals neuer Bericht enthüllt, wie die weltweit größten Naturschutzorganisationen in ihrer Vertreibung aus „geschützten Gebieten” verwickelt sind. "
"Indigene Völker sind die besten Umweltschützer und Wächter der Natur. Survivals neuer Bericht enthüllt, wie die weltweit größten Naturschutzorganisationen in ihrer Vertreibung aus „geschützten Gebieten” verwickelt sind. "

© Selcen Kucukustel/Atlas

Start der Kampagne „Eure Wildnis, Unser Zuhause“ während der internationalen Naturpark-Konferenz

Ein schonungsloser Bericht von Survival International, der globalen Bewegung für die Rechte indigener Völker, enthüllt, wie Naturschutz zur Vertreibung von Millionen Indigener aus „geschützten Gebieten” geführt hat.

Viele der weltweit größten Naturschutzorganisationen – wie der WWF und The Nature Conservancy – sind darin verwickelt.

Der „Parks Need Peoples”-Bericht, der Teil der Kampagne „Eure Wildnis, Unser Zuhause” ist, wird zeitgleich zur Naturpark-Konferenz in Sydney (World Parks Congress) veröffentlicht. Die internationale Konferenz über Naturschutzgebiete findet nur alle zehn Jahre statt und geht dieses Jahr dem Start der „United for Wildlife”-Initiative in den USA voraus.

Die „United for Wildlife”-Initiative, von Prinz William und Prinz Harry gegründet und von großen Naturschutzorganisationen unterstützt, ignoriert Aufrufe, das Recht indigener Völker zu verteidigen, auf ihren angestammten Gebieten zu leben und dort für ihren Lebensunterhalt zu jagen.

Survivals Bericht zeigt, dass sich fast alle Schutzgebiete auf dem angestammten Land indigener Völker befinden – oder auf Gebieten, die es einst waren. Indigene Völker sind auf ihr Land angewiesen und haben es über Jahrtausende versorgt.

Aber im Namen des „Naturschutzes”:

• werden indigene Völker unrechtmäßig aus diesen Gebieten vertrieben;
• werden sie der Wilderei beschuldigt, weil sie jagen, um sich zu ernähren;
• erfahren sie Misshandlungen durch Antiwilderei-Einheiten: Haft, Schläge, Folter und Tod;
• und obwohl indigene Völker vertrieben werden, sind Touristen – und in manchen Fällen sogar zahlende Großwildjäger – willkommen.

"Botswanas Buschleute wurden im Namen des „Naturschutzes” Misshandlungen wie Haft, Schlägen und Folter ausgesetzt."
"Botswanas Buschleute wurden im Namen des „Naturschutzes” Misshandlungen wie Haft, Schlägen und Folter ausgesetzt."

© Survival International

Der „Parks Need Peoples”-Bericht untersucht aktuelle Fälle von Vertreibung, beispielsweise der Baka-„Pygmäen” in Kamerun, der Buschleute in Botswana und indigener Völker in Indiens Tigerreservaten. Dieses Naturschutz-Modell kann allerdings bereits auf die Gründung der Nationalparks Yellowstone und Yosemite in den USA im 19. Jahrhundert zurückgeführt werden, die zur brutalen Vertreibung von Native Americans führte.

Dauqoo Xukuri, ein Angehöriger der Buschleute aus dem Central Kalahari Game Reserve in Botswana, sagte: „Ich sitze und blicke auf das Land. Wo immer Buschleute sind, gibt es Wild. Warum? Weil wir wissen, wie man die Tiere schützt.”

"Der Xingu-Park (in rosa markiert) ist das Zuhause mehrerer indigener Völker. Er spielt im brasilianischen Amazonasgebiet die Rolle einer vitalen Barriere gegen Abholzung (in rot)."
"Der Xingu-Park (in rosa markiert) ist das Zuhause mehrerer indigener Völker. Er spielt im brasilianischen Amazonasgebiet die Rolle einer vitalen Barriere gegen Abholzung (in rot)."
© ISA (Instituto Socioambiental)

Survivals Bericht „Parks Need Peoples” folgert, dass das derzeitige Naturschutz-Modell radikal umgedacht werden muss. Naturschutz muss sich an internationales Recht halten, muss das Recht indigener Völker auf ihre Gebiete schützen, sie befragen, welche Hilfe sie bei dem Schutz ihres Landes brauchen, ihnen zuhören und schließlich bereit sein, sie dabei so gut wie möglich zu unterstützen.

Survivals Direktor Stephen Corry sagte heute: „Jeden Tag geben Naturschützer Millionen aus, aber trotzdem geht es der Umwelt immer schlechter. Es wird Zeit, aufzuwachen und zu begreifen, dass es einen anderen Weg gibt – der viel viel besser ist. Erstens müssen die Rechte indigener Völker anerkannt und respektiert werden. Zweitens müssen indigene Völker als die besten Experten im Schutz ihrer eigenen Gebiete anerkannt werden. Naturschützer müssen sich klar darüber werden, dass sie selbst die Juniorpartner sind.”

Hinweise an die Redaktion:

- Laden Sie den Bericht „Parks Need Peoples” herunter. (auf Englisch, PDF, 700 KB)
- Besuchen Sie für weitere Informationen Survivals Kampagne „Eure Wildnis, Unser Zuhause”.

 

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Werden Sie für die Pygmäen aktiv

  • Schreiben Sie an die Regierung von Kamerun und bitten Sie um eine umfassende Landreform, die auch die kollektiven Rechte der Baka, Bagyeli und anderer indigenen Völker auf ihr Land anerkennt.
  • Spenden Sie für Survivals Arbeit für “Pygmäen”-Völker (und andere Survival Kampagnen)

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