Nationalparks, Kamerun

 


Eine Geschichte von Landraub

 
Ein Angehöriger der Baka, Kamerun. © Freddie Weyman/Survival
 
Im Südosten Kameruns sind große Flächen des angestammten Landes der Baka entweder als Nationalparks markiert– Boumba Bek, Nki und Lobeke – oder an Safari-Unternehmen vergeben. Die Baka haben alle ihre Rechte eingebüßt. Theoretisch dürfen die Baka Teile der Nationalparks betreten, doch in der Realität wird dieses Recht von den Wildhütern ignoriert. Der Wald gehörte einst den Baka, aber nun nicht mehr.
 
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Folter und Misshandlung

In manchen Gebieten ist die Lage besonders schlimm.Die Wildhüter und Soldaten, die sie auf Streife begleiten, inhaftieren, erpressen, nötigen und foltern manchmal sogar Baka-Männer und Frauen. Viele Gemeinden berichten, dass Menschen nach der Misshandlung der Anti-Wilderei-Teams gestorben sind.

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Ein Regierungsbeamter hat offen gesagt, dass Folter nicht nur akzeptabel sondern auch notwendig wäre, um Wilderei zu bekämpfen.
 
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Wildhüter griffen diese Frau mit Pfefferspray an und zerstörten ihre Kochtöpfe. © Freddie Weyman/Survival
 
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Die besten Naturschützer*innen

Wie spät ist es?

Honig gehört zu den wichtigsten Nahrungsmitteln der Baka – sie essen ihn in 14 verschiedenen Sorten. Erfahren Sie, wie die Baka das Geräusch der Bienen zu unterschiedlichen Tageszeiten beschreiben:

makelo: bei Tagesanbruch

mongombela: am frühen Nachmittag

mongombe: am späten Nachmittag

mojembo: am Abend

mongenja: zu jeder Tageszeit

Über Generationen hinweg haben die Baka ihre eigenen Richtlinien für den Naturschutz entwickelt. Diese Richtlinien verhindern Überjagung, denn die Baka sind der Überzeugung, dass der Erfolg als Jäger und Sammler von der Fähigkeit zu teilen abhängt – sowohl untereinander als auch mit der Natur. Die Baka verfügen über detailliertes Wissen über die Pflanzen des Waldes: Sie verwenden fast 500 Pflanzen selbst und können eine Vielzahl an weiteren Pflanzen erkennen. Ähnliches gilt für ihr Wissen über Tiere: So kennen die Baka mehr als ein Dutzend Wörter für den Waldelefanten, abhängig von dessen Alter, Geschlecht und Persönlichkeit. Studien haben gezeigt, dass die Arbeit der Baka ihren tierischen Nachbarn zugute kommt: Wenn die Baka beispielsweise wilde Yamswurzeln ernten, lassen sie oft Teile der Wurzel im Boden intakt. Dadurch breitet sich die Jamswurzel weiter im Wald aus – ganz zur Freude von Elefanten und Wildschweinen, die ebenfalls gerne Yams essen. Die Baka kennen ihr Land besser als jeder andere. Allerdings beklagen sie, dass sie ihr Wissen nicht länger an zukünftige Generationen weitergeben können: Da sie oft gewalttätigen Misshandlungen ausgesetzt sind haben sie Angst, mit ihren Familien in den Wald zu gehen.
 
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Land und Leid

Viele Baka klagen über eine ernste Verschlechterung ihrer Gesundheit, nachdem sie aus ihrem Wald vertrieben wurden. Entlang ihrer Straßenlager häufen sich Malaria und andere Krankheiten. Sie können nicht länger die Heilpflanzen sammeln, die sie benötigen, um gesund zu bleiben. Außerdem sind sie von Lebensmitteln abhängig, die einen geringeren Nährwert haben und die Alkoholsucht nimmt zu.
 
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© Freddie Weyman/Survival
 

Um die Angehörigen der Baka nicht zu gefährden wurden ihre Namen auf dieser Seite geändert.

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