Schmerzmittel und Stifte für Perus Indianer um Gasförderung zu ermöglichen 14 September 2011

© Johan Wildhagen

Isoliert lebende Indianer im Südosten Perus werden mit Schmerzmitteln und Stiften “bestochen” während Industrieriesen versuchen, ihr Land für die Gasförderung zu öffnen.

Survival International hat erfahren, dass sogar Mitarbeiter von Perus Indigenenbehörde INDEPA Druck auf Gemeinschaften ausgeübt haben, damit Forschungsarbeiten in ihren Schutzreservaten durchgeführt werden können.

Mitarbeiter des argentinischen Gasriesen Pluspetrol haben bereits die ökologische Eignung des Landes im Kugapakori-Nahua-Reservat geprüft. Das Reservat wurde 1990 errichtet, um die Landrechte von stark gefährdeten Völkern zu schützen.

Die isolierten Nanti leben im Kugapakori-Nahua-Reservat und sind durch Landinvasionen und Krankheiten gefährdet.
Die isolierten Nanti leben im Kugapakori-Nahua-Reservat und sind durch Landinvasionen und Krankheiten gefährdet.

© Survival

Der Nahua-Anführer Enrique Dixpopidiba Shocoroa berichtete, dass seinem Volk medizinische Ausrüstung, Schreibwaren und das Versprechen von zeitweiliger Arbeit gegeben wurde.

Diese Besorgnis erregende Entwicklung kommt kurz nachdem Perus Präsident Ollanta Humala ein historisches Gesetz anerkannte. Das Gesetz garantiert indigenen Völkern das Recht zur vorherigen Konsultation zu allen Projekten die sie und ihr Land betreffen.

Rund 15 Völker leben im peruanischen Amazonasgebiet freiwillig ohne den Kontakt zur Außenwelt, einige davon innerhalb des Reservates. Wenn ihr Land zur Gasförderung freigegeben wird, sind sie vom Aussterben bedroht.

Survival Internationals Direktor Stephen Corry sagte: “Öl- und Gasförderung auf dem Land unkontaktierter Völker durchzuführen ist eine Verhöhnung von Perus neuem Gesetz. Es gefährdet auch das Versprechen der Regierung, besonders bedrohte unkontaktierte Völker zu schützen.”

Die Hälfte der Nahua verstarb, nachdem ihr Land in den 1980er Jahren zur Ölgewinnung von Shell erschlossen wurde. Unkontaktierte Völker in dieser Region sind weiterhin dem Risiko ausgesetzt, Krankheiten zu erliegen, welche von Außenstehenden eingeschleppt werden.

 

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