Ölverschmutzungen bedrohen indigene Völker im peruanischen Amazonasgebiet

"Ölkonzerne beanspruchen das Land dutzender indigener Gemeinden in Peru "
"Ölkonzerne beanspruchen das Land dutzender indigener Gemeinden in Peru "
© Johan Wildhagen/Survival

Indigene Völker im peruanischen Amazonas leiden unter den Schäden, die durch zwei Ölunfälle innerhalb von zwei Monaten verursacht wurden.

Die Unfälle werden mit dem staatlichen Ölkonzern PetroPerú in Verbindung gebracht, der es versäumte, seine Pipelines einer routinemäßigen Wartung zu unterziehen. Bei einem der Unfälle liefen über 2.000 Barrel Öl aus, die die umliegenden Flüsse vergifteten. Die Folgen solcher Unfälle betreffen vor allem indigene Völker wie die Achuar, Shapra, die Wampis und die Awajún.

Durch die Ölpest wurden Ökosysteme zerstört und damit die Gesundheit, Nahrungsmittelversorgung und Sicherheit lokaler Gemeinden gefährdet. Einwohnerinnen und Einwohner der Regionen um die betroffenen Flüsse haben ihre Lebensgrundlage verloren – sie können in den Flüssen weder fischen noch daraus trinken.

Obwohl die Verantwortung für die Säuberung der betroffenen Flüsse eindeutig bei PetroPerú liegt, haben bislang weder die Regierung noch der Konzern auf die Katastrophe reagiert. Einzelne Gemeinden versuchen unterdessen selbst, den Fluss vom giftigen Öl zu befreien. Schockierende Bilder zeigen, dass auch Kinder an diesem hochgefährlichen Prozess beteiligt werden, ohne mit Schutzkleidung ausgestattet zu sein.

Die aktuelle Umweltkatastrophe reiht sich in eine ganze Reihe von Öl- und Gasaustritten in der Region ein. Die Regierung hat mehr als 70 % der Fläche um den peruanischen Amazonas an Ölkonzerne verpachtet. Viele der verpachteten Gebiete werden von indigenen Völkern bewohnt. Verpachtung und Ölförderung haben hier nicht nur dazu geführt, dass abgelegene Orte für Waldrodung und Bebauung zugänglich gemacht werden, sondern auch die Ökosysteme indigener Völker zerstört.

Die nationale Vereinigung indigener Völker AIDESEP hat die Ölverschmutzungen verurteilt. AIDESEP kritisiert die Untätigkeit der Regierung und ruft “die internationale Öffentlichkeit, Medien, Nichtregierungsorganisationen und die Zivilgesellschaft dazu auf, auf die gravierenden Vorfälle zu reagieren, die Tausende Menschen in der Region (…) bedroht”.