ITB: Proteste und Kritik vor Rede des indonesischen Präsidenten 5 März 2013

Indonesien, das seit 1963 West-Papua besetzt und die indigene Bevölkerung unterdrückt, ist Ehrengast der ITB Berlin 2013.
Indonesien, das seit 1963 West-Papua besetzt und die indigene Bevölkerung unterdrückt, ist Ehrengast der ITB Berlin 2013.
© Survival International

Anlässlich der heutigen Eröffnung der Internationalen Tourismus-Börse (ITB) in Berlin durch Indonesiens Staatspräsidenten Susilo Bambang Yudhoyono (SBY) und Kanzlerin Angela Merkel kritisiert Survival International die Menschenrechtslage indigener Völker im von Indonesien besetzten West-Papua.

Unter dem Slogan “Wonderful Indonesia” präsentiert sich Indonesien als diesjähriger Ehrengast bei der weltweit größten Tourismusmesse. Doch in kaum einem anderen Land erlebt die indigene Bevölkerung stärkere Unterdrückung als in Indonesien. Vor allem im West-Papua sind Tötungen, Folter und Vergewaltigungen an der indigenen Bevölkerung an der Tagesordnung. Man schätzt, dass seit der Besetzung durch Indonesien 1963 dort mindestens 100.000 Papua getötet wurden.

Linda Poppe von Survival International sagte: “Die ITB beschreibt Indonesien als ‘absolut inspirierend’, was angesichts der Menschenrechtsverletzungen, die von der Regierung begangen werden, wie blanker Hohn klingt. ‘Inspirierend’ könnte jedoch die deutsche Regierung erscheinen, wenn sie es wagte, das Thema Menschenrechte mit Indonesien anzusprechen.”

Regelmäßig werden Sicherheitskräfte gegen die indigene Bevölkerung in West-Papua eingesetzt. Auch Deutschland könnte in dieser Hinsicht eine Rolle spielen, da Indonesien seit mehreren Monaten versucht, deutsche Panzer zu importieren.

Tötungen, Folter und Vergewaltigungen werden zur Unterdrückung der indigenen Bevölkerung in West-Papua angewandt.
Tötungen, Folter und Vergewaltigungen werden zur Unterdrückung der indigenen Bevölkerung in West-Papua angewandt.
© Survival

Survival wird am Abend mit einer Protestaktion auf die Lage der indigenen Bevölkerung in Indonesien aufmerksam machen. Ein stiller Protest aus Luftballons soll an die unterdrückte Zivilgesellschaft in West-Papua erinnern.

Gestern traf sich in Berlin der deutsche Außenminister Guido Westerwelle mit SBY. Auch die indonesischen Minister für Industrie, Handel, sowie Tourismus und Kreativwirtschaft haben an den Gesprächen teilgenommen. SBY ist noch bis zum 6. März in Deutschland.

Survival appelliert an die deutsche Regierung, die Menschenrechtslage in West-Papua während des indonesischen Staatsbesuches anzusprechen. Auch andere Organisationen, wie zum Beispiel Watch Indonesia!, kritisieren anlässlich des Besuches von SBY Indonesiens Menschenrechtslage.

Hinweis an die Redaktion:

Zuletzt geriet auch Bestseller-Autor Jared Diamond mit seinem neuen Buch Vermächtnis in die Kritik, weil er dort Thesen vertritt, die auch in Indonesien zu Unterdrückung indigener Völker eingesetzt werden.

 

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