20 Jahre Friedensvertrag: Jumma leiden weiter

Jumma fliehen vor den Angriffen, Chittagong Hill Tracts, Bangladesch, 2017.
Jumma fliehen vor den Angriffen, Chittagong Hill Tracts, Bangladesch, 2017.

© Anonymous

Am 20. Jahrestag des Friedensabkommens zwischen den indigenen Jumma und der Regierung in Bangladesch, kritisieren Menschenrechtler*innen, dass bisherige Regierungen des Landes das wichtige Abkommen nicht umgesetzt haben.

Das indigene Volk leidet weiterhin unter massiver Gewalt, Landraub und Einschüchterung auf ihrem angestammten Territorium in den Chittagong Hill Tracts (CHT). Jumma-Frauen und Mädchen sind häufig Opfer von Vergewaltigungen und sexuellem Missbrauch.

Die Regierung Bangladeschs fördert seit mehr als 60 Jahren den Zuzug von Siedler*innen in das angestammte Gebiet der Jumma. Die ehemals einzigen Bewohner*innen der Bergregion sind inzwischen eine Minderheit geworden.

Im Juni diesen Jahres wurden mindestens 250 Häuser der Jumma durch Siedler niedergebrannt. Eine ältere Frau, Guna Mala Chakma, verbrannt in ihrem Haus.

Augenzeug*innen berichten, dass Armee und Polizeipersonal untätig zusahen, als einige Siedler Jumma-Häuser und Geschäfte in drei verschiedenen Dörfern in Brand steckten.

Am 2. Dezember 1997 unterzeichneten die Regierung und die Jumma ein Friedensabkommen, das die Beseitigung von Militärcamps in der Region und ein Ende des Landraubs durch Besiedlung und Militär vorsah.

Das Abkommen war ein Hoffnungsschimmer für die Jumma. Doch 20 Jahre danach existieren die Militärcamps in den Bergen weiterhin und Gewalt und Landraub gehen unvermindert weiter.