Briefe enthüllen Verwicklung des WWF in Landraub und Menschenrechtsverletzungen

Ein Mann aus einem Dorf in der Nähe des geplanten Nationalparks Messok Dja zeigt, wo Ranger ihn geschlagen haben. Die Wildhüter werden vom WWF unterstützt und finanziert.

Ein Mann aus einem Dorf in der Nähe des geplanten Nationalparks Messok Dja zeigt, wo Ranger ihn geschlagen haben. Die Wildhüter werden vom WWF unterstützt und finanziert.

© Fiore Longo/Survival

Der World Wildlife Fund (WWF), eine der weltweit größten Naturschutzorganisationen, verstößt mit seiner Unterstützung für ein Schutzgebiet im Kongobecken gegen gesetzliche Bestimmungen. Darauf deuten Briefe hin, die Survival International vorliegen.

Die Briefe zeigen, dass das neue Schutzgebiet in der Republik Kongo, bekannt als Messok Dja, ohne die freie, vorherige und informierte Zustimmung der indigenen Baka und Bakwele entsteht, die für ihr Überleben auf das Gebiet angewiesen sind.

Eine Karte zeigt die geplante Naturschutzzone Messok Dja auf dem Gebiet, von dem die Baka und Bakwele leben.

Eine Karte zeigt die geplante Naturschutzzone Messok Dja auf dem Gebiet, von dem die Baka und Bakwele leben.

© WWF

Die Briefe dokumentieren auch Menschenrechtsverletzungen durch Ranger, die vom WWF finanziert und unterstützt werden.

Kongolesisches und internationales Recht schreiben vor, dass indigene Gemeinden für jedes Projekt ihre Zustimmung erteilen müssen, das ihre Gebiete und ihre Ressourcen betrifft. Ohne die Zustimmung der Menschen, die zum Überleben auf das Land angewiesen sind, ist die Entstehung des Parks Messok Dja rechtswidrig.

Über 100 Personen aus sechs Dörfern in der Republik Kongo haben die Briefe unterzeichnet, in denen auch grausame Gewalt und Missbrauch durch Ranger beschrieben werden.

Eine Baka-Frau erklärt, was ihre Gemeinde aufgrund des vorgeschlagenen Nationalparks Messok Dja im Kongo zu ertragen hat.

In einem Brief heißt es:

„Der WWF kam, um uns zu sagen, dass sie einen neuen Nationalpark bauen werden und wir nicht mehr das Recht haben werden, ihn zu betreten. Aber das ist unser Wald und wir wollen diesen Park nicht. Wir wissen, dass er für uns Zerstörung bedeutet und dass die Wildhüter kommen und Menschen schlagen und Häuser niederbrennen werden. Viele von uns wurden von Rangern mit Macheten und Waffen geschlagen.“

Die Wildhüter-Einheit in Sembe wurde mit Hilfe des WWF gegründet und erhält weiterhin finanzielle und logistische Unterstützung vom WWF.

Die Briefe des Baka-Volkes wurden von Survival International, der globalen Bewegung für indigene Völker, veröffentlicht. Survivals Direktor Stephen Corry sagte:

„Der WWF muss seine Unterstützung für Messok Dja sofort zurückziehen. Der WWF behauptet, dass die kongolesische Regierung die Verantwortung dafür trägt, dem Land der Baka einen Schutzstatus zuzuweisen. Aber diese Entschuldigung ist fadenscheinig: Die Richtlinien des WWF, die er sich selbst gegeben hat (und internationale Menschenrechtsnormen) besagen, dass er keine Projekte unterstützen kann, welche die lokalen Bewohner*innen ablehnen.“

Weitere Informationen zu Survivals Position zum geplanten Schutzgebiet Messok Dja findest du hier →