WWF von dritter großer Enthüllungsrecherche betroffen

Der Reporter Ade Adepitan besuchte für den Beitrag „Forest of Fear“ die Republik Kongo und Angehörige der Baka.

Der Reporter Ade Adepitan besuchte für den Beitrag „Forest of Fear“ die Republik Kongo und Angehörige der Baka.

© Ch 4/ Quicksilver Media

Eine neue TV-Recherche hat weitere Enthüllungen über die Misshandlung lokaler Anwohner*innen in Naturschutzprojekten, in die der WWF verwickelt ist, ans Licht gebracht. Es ist bereits die dritte größere Enthüllungsrecherche in diesem Jahr, seit Survival International auf die Finanzierung eines rechtswidrigen Naturschutzprojektes durch den WWF aufmerksam gemacht hat.

In dem Beitrag „Forest of Fear“, der am 31. Mai 2019 in Großbritannien ausgestrahlt wurde, untersucht ein Fernsehteam das Vorhaben des WWF, ein Schutzgebiet im Kongo gegen den Willen der lokalen Bevölkerung zu gründen.

„Etwas ist hier sehr schief gelaufen“, sagte der Reporter Ade Adepitan nach einem Interview mit den Baka, die im Gebiet des geplanten Schutzgebietes Messok Dja leben.

Survival International setzt sich in Partnerschaft mit den Baka dafür ein, das Vorhaben – dem die Baka nicht zustimmen und das daher illegal ist – zu stoppen.

Der Direktor von Survival International, Stephen Corry, sagte heute: „Der Beitrag liefert neue Beweise für das, was Survival seit Jahren sagt. Die Aktivitäten des WWF finanzieren Misshandlungen und Einschüchterung. Vom Kongo bis Indien ist es die gleiche Geschichte: Indigenen Völkern wird ihr Land geraubt und sie werden im Namen des ‚Naturschutzes‘ unerbittlich verfolgt.“

„Diese veraltete Ideologie von Naturschutz im kolonialen Stil zerstört Millionen von Menschenleben und wird oft in Partnerschaft mit genau den Unternehmen durchgeführt, die die Regenwälder der Welt vernichten. Diese Art von Naturschutz rettet weder die Regenwälder noch die legendären Arten, mit denen große Naturschutzorganisationen seit Jahrzehnten für sich werben.“

„Aber diese Ideologie ist so fest verwurzelt und die Interessen so mächtig, dass es einen globalen Aufschrei braucht, um sie zu ändern. Wir kämpfen für die Dekolonisierung des Naturschutzes, für indigene Völker, für die Natur und für die gesamte Menschheit.“