Belästigt und verhaftet: Friedliche Demonstranten in Indien festgenommen

Medha Patkar hatte geschworen, bis zu ihrer Befreiung einen Hungerstreik zu führen.

Medha Patkar hatte geschworen, bis zu ihrer Befreiung einen Hungerstreik zu führen.

© K. Shanmugham

Die langjährige Menschenrechtlerin Medha Patkar wurde freigelassen, nachdem sie von der Polizei im indischen Bundesstaat Madhya Pradesh verhaftet worden war. Frau Patkar hatte friedlich gegen die Umleitung lebenswichtiger Wasserressourcen zu einem Kohlkraftwerk demonstriert.

Patkar, die eine jahrzehntelange Kampagne gegen den bekannten Narmada-Damm geleitet hat, hatte geschworen, bis zu ihrer Befreiung einen Hungerstreik zu führen.

Medha Patkar ist nicht die einzige, die wegen ihres Menschenrechtsengagements festgenommen wurde. In der anhaltenden Unruhe zwischen dem Staat und maoistischen Aufständischen wurden mehrere Menschenrechtsaktivisten bedroht und unter falschen Anschuldigungen verhaftet. Obwohl der Arzt und Aktivist Binayak Sen im April 2011 schließlich befreit wurde, sitzen viele noch immer in Gefangenschaft. Die Festnahmen sind Teil beunruhigender Angriffe und Drohungen gegenüber Angehörigen indigener Völker (Adivasi) und derjenigen, die ihre Rechte verteidigen.

Soni Sori, ein Adivasi-Lehrer aus Chhattisgarh, der länger als ein Jahr in Haft saß, soll in der Zeit in den Händen der Sicherheitskräfte brutale Behandlung erlitten haben. Unterstützer der Rechte der Adivasi werden ebenfalls zur Zielscheibe, wie zum Beispiel Madhuri Khrishnaswami in Madhya Pradesh, gegen die wegen ihrer Arbeit für die Rechte von Adivasi- und Dalit-Gemeinden, falsche Anschuldigungen erhoben wurden.

Das Versagen der Regierung die Rechte – insbesondere die Landrechte – der indigenen Bevölkerung des Landes, dessen Gebiete für großflächige Industrie- und Bewässerungsprojekte beschlagnahmt werden, zu schützen, ist Auslöser für einen Großteil der Unruhen.

In einem Brief an den Innenminister P Chidambaram hat Survival International seine Besorgnis um Medha Patkars Inhaftierung geäußert und das Ende der Drohungen und Verhaftungen derjenigen verlangt, die friedlich gegen Menschenrechtsverletzungen in Indien protestieren.