‘Nicht akzeptabel’: Karl-May-Museum will ‘Skalps’ behalten 29 April 2014

Die Flagge des Sault Sainte Marie Tribe der Chippewa. Das Volk fordert die Rückgabe menschlicher Überreste vom Karl-May-Museum.
Die Flagge des Sault Sainte Marie Tribe der Chippewa. Das Volk fordert die Rückgabe menschlicher Überreste vom Karl-May-Museum.

© http://www.saulttribe.com/

Native Americans, die vom deutschen Karl-May-Museum in Radebeul die Rückgabe von “Skalps” fordern, reagierten nun auf die Weigerung des Museums, die menschlichen Überreste zurückzugeben.

Der Sault Sainte Marie Tribe aus Michigan (USA) hatte das Karl-May-Museum im März aufgefordert, menschliche Überreste von Native Americans, die früher im Museum ausgestellt waren, zurückzugeben. Das Museum, das Toleranz und Verständigung mit Native Americans fördern will, hatte dies jedoch abgelehnt.

Angehörige des Sault Tribe erklärten nun: “Es ist nicht akzeptabel, dass diese menschlichen Überreste in einem Depot gelagert werden, statt sie für eine angemessene Bestattung wieder in die Erde zu überführen.”

Der Sault Tribe ist auch bekannt als Ojibwe oder Teil der Anishinaabe Nation (Chippewa).

Obwohl sich das Karl-May-Museum im März bereit erklärte, alle menschlichen Überreste aus der öffentlichen Ausstellung zu entfernen, hat die Museumsleitung die Rückgabe an den Sault Tribe abgelehnt und erklärt, dass die Herkunft der “Skalps” nicht erwiesen sei. Die menschlichen Überreste werden nun Angaben zufolge im Depot des Museums verwahrt.

Das Karl-May-Museum in Radebeul hat mehrere “Skalps” und spirituelle Gegenstände der Anishinaabe und anderer Native American Nations in seinem Besitz.

Cecil Pavlat vom Sault Tribe erklärte: “Die meisten Museen, die menschliche Überreste von Native Americans und ihre Begräbnisobjekte besitzen, glauben, dass es keine wissenschaftliche Verbindung zwischen heutigen Tribal Nations und prähistorischen Tribal Nations gibt. Wir glauben jedoch, dass wir, die heutigen Nationen, egal ob wir direkt miteinander verwandt sind oder nicht, die Verantwortung für die Bewahrung tragen. Und wir akzeptieren die ultimative Verpflichtung zur Sorge um unsere Vorfahren. Wir sind an einem Punkt des offenen Dialoges, um dem Karl-May-Museum unseren Standpunkt zu erklären. Wir werden weiterhin auf eine Rückführung hinwirken, denn dies ist die einzige akzeptable Lösung.”

Das Karl-May-Museum, benannt nach dem bekannten Autor, will Toleranz und Völkerverständigung fördern. Das Museum ist wegen seiner Weigerung, menschliche Überreste zurückzugeben, in einen Konflikt mit Native Americans geraten.
Das Karl-May-Museum, benannt nach dem bekannten Autor, will Toleranz und Völkerverständigung fördern. Das Museum ist wegen seiner Weigerung, menschliche Überreste zurückzugeben, in einen Konflikt mit Native Americans geraten.

© Karl-May-Museum Radebeul bei Dresden

Survival International forderte das Karl-May-Museum in einem Schreiben im März 2014 auf, einen Dialog mit dem Sault Tribe über die Rückgabe der menschlichen Überreste zu beginnen.

Stephen Corry, Direktor von Survival International, sagte heute: “Das Museum kann sich nicht einfach hinter der Tatsache verstecken, dass der exakte Ursprung der ‘Skalps’ unklar ist: Sie sollten einen Versuch tätigen, die Herkunft zu klären. Fest steht, dass Native Americans die Rückgabe der menschlichen Überreste wollen, damit sie eine respektvolle Bestattung erfahren, statt in einem Schrank im Museumsdepot verwahrt zu werden.”

Hinweis an die Redaktion:

Lesen Sie hier das Schreiben von Survival International an das Karl-May-Museum (PDF, 460KB) »

Lesen Sie hier die Antwort des Museums an den Sault Tribe (PDF, 540KB) »

 

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