Öl-Boss stellt Existenz nicht kontaktierter Stämme in Frage

Der Präsident von Perupetro, des für die Ausstellung von Ölförderungslizenzen zuständigen Regierungsorgans, sorgte für Empörung als er die Existenz nicht kontaktierter indigener Völker im peruanischen Amazonasgebiet anzweifelte.

Die Bemerkung erfolgte, nachdem die peruanische Regierung kürzlich 70% ihres Regenwaldes für die Ölgewinnung geöffnet hat. Ein Teil des Gebietes wird von nicht kontaktierten Stämmen bewohnt. Zahlreiche Beweise für Ihre Existenz wurden von Survival, von lokalen indigenen Organisationen und anderen Forschern über Jahrzehnte gesammelt. Die Beweise reichen von Aussagen anderer Indianer von Sichtungen und Begegnungen über Fotos und sogar Berichte von gewaltsamen Auseinandersetzungen mit Holzfällern und Ölarbeitern.

Dennoch äußerte der Präsident von Perupetro, Daniel Saba, es sei absurd zu behaupten es gäbe unkontaktierte Stämme, wenn sie nie jemand gesehen habe. Wo also seien diese nicht kontaktierten Völker, von denen die Rede ist?

Die unkontaktierten Indianer besitzen aufgrund ihrer Isoliertheit vom Rest der Gesellschaft keine Immunität gegen die Krankheiten Außenstehender, und jede Form des Kotaktes, egal wie kurz, kann für sie verhängnisvoll sein. Über 40% des Nahua Stammes starben in der Folge der Ölförderung auf Ihrem Land in den 1980er Jahren.

Der Vorsitzende von Survival, Stephen Corry, sagte heute: "Zweifelsfrei wäre es Herrn Saba lieber, wenn es keine unkontaktierten Völker in den Gebieten gäbe, in denen er Öl fördern will. Zu erklären, es gäbe sie überhaupt nicht, ist jedoch eine beschämende, sich selbst erfüllende Prophezeiung. Wenn Perupetro Firmen erlaubt, in das Gebiet einzudringen, werden diese Indianer höchstwahrscheinlich völlig ausgelöscht, und dann existieren sie tatsächlich nicht mehr."

 

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Laura Engel per e-mail info@survival-inernational.de.