Die letzten isolierten Indianer südlich des Amazonas nehmen Kontakt mit der Außenwelt auf

Eine Gruppe bisher unkontaktierter Ayoreo-Indianer tauchte aus den paraguyanischen Wäldern auf. Grund dafür ist die Abholzug der Wälder um sie herum. Die 17 Personen (fünf Männer, sieben Frauen und fünf Kinder) sind gesund, aber sie benötigen dringend Wasser. Siedler, die sich im Gebiet der Ayoreo-Indianer niedergelassen haben, haben die vorhandenen Wasserlöcher für ihre Viehzucht in Besitz genommen, so dass die Indianer während der Trockenzeit keine Möglichkeit haben, an Wasser zu kommen.

Die Indianer nahmen zu anderen Mitgliedern der Ayoreo Kontakt auf. Diese planten die Gründung einer neuen Gemeinschaft im letzten dazu noch nutzbaren Waldgebiet der Region. Seit zehn Jahren versuchen die Ayoreo-Indianer und ihre Unterstützer, das Gebiet vor Invasionen zu beschützen. Heute besetzen Viehzüchter und Farmer große Teile des Waldes der Ayoreo.

Nach internationalem und nationalem Recht hätte die paraguayanische Regierung das Gebiet (ungefähr 550.000 Hektar) den Indianer geben müssen. Aber nach zehn Jahren hat die Regierung  nur ein Viertel des Gebietes den Ayoreo-Indianern überlassen. Einige Grundbesitzer fahren fort, mit Bulldozern die Wälder zu roden und widersetzen sich damit den Gerichtsbeschlüssen, welche alle Arbeit im Gebiet stoppen sollten.

Die neulich in Kontakt getretenen  Ayoreo-Indianer (die zu einer Untergruppe der Totobiegosode gehören) baten um Zugang zu Wasser und um ein Ende der unbefugten Eingriffe in ihre Gebiete. In einer Mitteilung an die Außenwelt sagten sie: „Bitte zerstört nicht den Wald, denn er gibt uns Leben. Bitte stoppt die Bulldozer!"

Stephen Corry, Generaldirektor von Survival sagte heute: „Dieser Kontakt bedeutet, dass es notwendiger ist als je zuvor, dass die paraguayanische Regierung das Gebiet der Indianer beschützt. Es ist jetzt eine Frage des Überlebens dieser Gruppe, die extrem empfänglich ist für fremde Krankheiten. Die Regierung muss die illegalen Handlungen der Großgrundbesitzer im Gebiet zum Stillstand bringen und das Land den Indianern zurückgeben. Dies ist eine Sache von großer Dringlichkeit."

Um mehr über die Ayoreo-Totobiegosode zu erfahren, sehen Sie sich bitte auch unsere Sektionen Stammesvölker unserer Erde und Hintergründe an.

Fotos von der in Kontakt getretenen Gruppe sind erhältlich.


Mehr Informationen erhalten Sie von Survival Deutschland; per Tel.: ++49 (0)30 29002372 oder per Email: info@survival-international.de

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Survivals Forschnungskoordinator Jonathan Mazower hat das Gebiet besucht, und er steht für Interviews zur Verfügung.

Die Ayoreo-Totobiegosode sind die letzte Gruppe bisher unkontaktierter Indianer außerhalb des Amazonas-Beckens. Einige kleine Gruppen von Totobiegosode Indianer leben noch isoliert im Wald.