Armee und Siedler töten Indigene und brennen Dörfer nieder

"Die Kinder von Ms Buddhapati Chakma, welche von Soldaten erschossen wurde, sprechen mit Journalisten vor Ort. ©Satrong Chakma"
"Die Kinder von Ms Buddhapati Chakma, welche von Soldaten erschossen wurde, sprechen mit Journalisten vor Ort. ©Satrong Chakma"
© Satrong Chakma

Verlässlichen Quellen zufolge wurden sechs Angehörige der indigenen Jumma getötet und hunderte Häuser nieder gebrannt, als Soldaten und Siedler ein Dorf in der Provinz Chittagong Hill Tracts im Südosten Bangladeschs angriffen. Die Übergriffe fanden in der Region Sajek statt, wo die Lage angespannt ist, seit sich bengalische Siedler mit der Unterstützung der Armee auf dem angestammten Land der Jumma ansiedeln.

Lokale Darstellungen berichten von Soldaten, die wahllos auf die Jumma Dorfbewohner schossen, nachdem ein Soldat bei einem Zusammenstoß verletzt worden war. Zahlreiche weitere Jumma wurden verwundet. Unterstützt von den Sicherheitskräften zerstörten die Siedler fünf Dörfer und legten Feuer. Mindestens 200 Häuser sind betroffen. Ein buddhistischer Tempel und eine Kirche wurden ebenfalls abgebrannt. Tausende Jumma sind in den Wald geflohen, um sich vor den Soldaten und Siedlern in Sicherheit zu bringen.

Die lokale Verwaltung hat eine Anordnung erlassen, bekannt als Absatz 144. Diese verbietet Versammlungen von fünf oder mehr Personen, auch öffentliche Zusammenkünfte sind untersagt. Dies hindert die Jumma daran, nach Vermissten zu suchen und genaue Angaben zu der Anzahl der Getöteten machen zu können. Zwei mit Schusswunden übersäte Leichen wurden bereits gefunden (es handelt sich um Herrn Lakkhi Bijoy Chakma (40 J.) und Frau Buddhapati Chakma (36 J.)). Anführer der Jumma berichten, dass die Armee die Leichname einiger weiterer Indigenen, die während des Vorfalls ums Leben kamen, weggeschafft hat.

Während der letzten sechs Jahre sind hunderttausende Siedler in die Chittagong Hill Tracts gezogen. Diese Praxis wurde von den verschiedenen aufeinander folgenden Regierungen unterstützt. Als Folge sind die elf Jumma Gruppen von ihrem angestammten Land vertrieben worden und gewalttätiger Unterdrückung ausgesetzt.

Im Jahr 1997 unterzeichneten die Regierung und die Jumma ein Friedensabkommen, das die Regierung dazu verpflichtet, die Militärcamps in der Region abzuziehen und den Landdiebstahl vonseiten der Siedler und der Armee zu unterbinden. Das Abkommen lies Hoffnung aufkommen, aber die Militärcamps verblieben in den Hills Tracts und die Gewalt und der Landraub setzen sich fort .

Der Direktor von Survival International, Stephen Corry, sagte: „Dieser entsetzliche Vorfall ist der jüngste in einer langen Reihe brutaler Angriffe auf die Jumma. Sie sind ermordet, gefoltert und vergewaltigt worden, und ihnen wurde ihr Land gestohlen, dies geht nun schon viel zu lange so. Wir fordern die Regierung von Bangladesch dazu auf, der Gewalt der Armee in Chittagong Hill Tracts ein Ende zu setzen und die Militärcamps abzuziehen, so wie sie es in dem Friedensabkommen versprochen hat. Die Verantwortlichen für die Gräueltaten müssen vor Gericht gebracht werden.“