Vedanta brüskiert britische Regierung erneut 12 März 2010

"Vedanta Resources plant das Land der Dongria Kondh abzubauen. ©Survival"
"Vedanta Resources plant das Land der Dongria Kondh abzubauen. ©Survival"
© Toby Nicholas/Survival

Das Bergbauunternehmen Vedanta Resources brüskiert einmal mehr im Bezug auf sein Bergbauvorhaben im indischen Bundesstaat Orissa die Ermittlungen der britischen Regierung. Das Unternehmen nannte die Aufforderungen der britischen Regierung zu einer Änderung seines unternehmerischen Verhaltens „einseitig“ und verlangte „die Sache ruhen zu lassen.“

Im September 2009 bestätigte die britische Regierung eine Beschwerde von Survival International gegen das im Börsenindex FTSE 100 gelistete Unternehmen Vedanta. Die nationale Anlaufstelle (NCP) für die Richtlinien der OECD für multinationale Unternehmen kam zu dem Schluss, dass Vedanta versagt habe, die Menschenrechte der Dongria Kondh zu respektieren. Das Unternehmen plant auf deren heiligen Berg Aluminiumerz abzubauen. Die NCP folgerte, dass eine Veränderung des Verhaltens Vedantas „unerlässlich“ sei.

Heute veröffentlichte die britische Regierung ihre abschließende Bewertung darüber, ob Vedanta die im letzten September geforderten Veränderungen durchgeführt habe. Das Ergebnis der Regierung basiert auf Darlegungen und Berichten von Survival und Vedanta.

Die Beschwerde von Survival, die auf einer detaillierten Nachforschung vor Ort basiert, besagte folgendes: „Wir haben nicht den geringsten Beweis dafür gefunden haben, dass [Vedanta] überhaupt irgendetwas verändert hat. Im Gegenteil, das Unternehmen scheint die Empfehlungen der NCP vollständig ignoriert zu haben.“

Das Unternehmen erklärt hingegen einfach, dass „Vedanta klarstellen möchte, dass es das Ergebnis der britischen NCP nicht akzeptiert […] Vedanta betrachtet die Kritik der britischen NCP als unwahr und unangebracht“, denn „die Vedanta Unternehmensgruppe ist eine vorwiegend indische Organisation, was sowohl die Eigentumsverhältnisse als auch die Struktur des Managements betrifft.“

Das Unternehmen fügt hinzu: „wir erwarten, dass die britische NCP eine konstruktive und beratende Haltung einnimmt, anstatt die einseitige Sicht einer Nichtregierungsorganisation und seiner aggressiven Medienkampagnen unter relativer Missachtung der aktuellen Fakten anzunehmen“. Vedantas Darlegung schließt mit: „Bitte respektieren Sie nun unsere Position und lassen Sie den Fall ruhen.“

Entgegen seiner Behauptungen, ist Vedanta Resources jedoch ein britisches Unternehmen, das in Großbritannien mit dem Zweck gegründet wurde, an die Londoner Börse zu gehen. Daher ist es an das britische Unternehmensrecht gebunden und unterliegt der Einhaltung der britischen Unternehmensrichtlinien.

Die von Vedanta geplante Mine zog vor kurzem einen Sturm von Kritik auf sich, von der Church of England und dem Joseph Rowntree Charitable Trust bis zu Amnesty International und der Regierung von Norwegen.

Der Direktor von Survival International, Stephen Corry, erklärte heute, “Vedantas heutige Antwort wird niemanden überraschen, der Geschäfte mit dem Unternehmen unterhält. Vedanta hat sich beharrlich geweigert sein Verhalten zu ändern, welches man am ehesten als schikanierend und hinderlich beschreiben kann. Es sieht so aus, als ob nur noch öffentlicher Druck, der mit jedem Tag wächst, eine Änderung seines Verhaltens bewirken kann.“

Hinweis für Redakteure:
Die Richtlinien der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) für Multinationale Unternehmen sind die Schlüsselprinzipien für das ethische unternehmerische Handeln für jene Unternehmen, die ihren Sitz in den OECD Mitgliedsstaaten haben.

 

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