Film über die Guarani gewinnt Auszeichnung

"Der Film Birdwatchers zeigt das Leid der Guarani Kaiowá Indianer in Brasilien."
"Der Film Birdwatchers zeigt das Leid der Guarani Kaiowá Indianer in Brasilien."
© Marie Hippenmeyer

Der Film „Birdwatchers – Das Land der roten Menschen“, der das Leid der Guarani Kaiowá Indianer in Brasilien thematisiert, hat den angesehenen One World Media Award gewonnen.

Die Jury erklärte, dass sie „diesen fesselnden und wunderschönen Film einstimmig zum Gewinner" wählte.

Birdwatchers hatte bereits bei seiner Premiere auf dem Filmfestival in Venedig 2008 ausgezeichnete Kritiken erhalten.

Der Film zeigt, anhand der Beziehung der Tochter eines reichen Landbesitzers und eines jungen Guarani-Schamanen, wie das Land der Guarani für die Herstellung von Biotreibstoffen zerstört wird.

Nach der Vertreibung von ihrem Land und angetrieben von den schrecklichen Lebensbedingen im Reservat, entscheiden sich die Guarani im Film ihr Land wieder zu besetzten. Dieser Versuch wird gewaltsam unterdrückt. Eine fiktive Geschichte, die jedoch die Situation in realen Guarani-Gemeinden treffend beschreibt.

230 Guarani, die bisher keine Schauspielerfahrung hatten, waren an der Produktion des Films beteiligt. Der chilenisch-italienische Filmemacher Marco Bechis schrieb das Drehbuch und führte Regie.

Guarani Schauspieler Ambrósio Vilhava hofft, dass der Film zur rechtlichen Anerkennung des Guarani-Landes führt: „Das ist was ich am meisten wünsche: Land und Gerechtigkeit.“

Survival International hat in Kooperation mit Birdwatchers einen Fond eingerichtet, der den Guarani helfen soll, ihre Rechte, ihr Land und ihre Zukunft zu verteidigen

Die Guarani Kaiowá leben im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso do Sul. Sie haben einen Großteil ihres Landes an Viehzüchter sowie Zucker- und Sojafarmer verloren – oft aufgrund brutaler Vertreibungen.

Viele Guarani sind gezwungen in zu kleinen Reservaten zu leben oder neben viel befahrenen Bundesstraßen zu kampieren, wo es nur wenig Essen oder sauberes Trinkwasser gibt. Die Guarani leiden unter einer extrem hohen Selbstmordrate, Unterernährung, unfairen Inhaftierungen und Alkoholismus. Sie werden zudem regelmäßig zum Ziel von Angriffen durch bewaffnete Söldner, die von Farmern angeheuert werden, um sie von ihrem Land zu vertreiben.

Ein Bericht, den Survival Anfang des Jahres den Vereinten Nation vorgelegt hat, verurteilt die Lage der Guarani und ruft die brasilianische Regierung dazu auf, dass angestammte Land der Indigenen unverzüglich zu erfassen und zu schützen.