Wiederbelebt: Diamantenabbau auf dem Land der Buschleute 12 Juli 2010

Mitglied der Buschleute.
Mitglied der Buschleute.
© Survival

Pläne, auf dem angestammten Land der indigenen Buschleute in Botswana Diamanten abzubauen, sind wieder auf dem Tisch. Das Vorhaben in der Gemeinde Gope ruhte aufgrund der schlechten Lage der Weltwirtschaft zuletzt einige Jahre.

Das Unternehmen Gem Diamonds hatte das Vorhaben auf Eis gelegt, nachdem die weltweite Diamantennachfrage eingebrochen war. Neuere Studien beziffern den Wert des Diamantenvorkommens nun wieder annähern auf den in der Zeit vor dem Kollaps. Berichten zufolge beschrieb Projektleiter Howard Marsden die Aktivitäten an der Mine zudem kürzlich als „am Siedepunkt.“

Das Unternehmen Gem Diamonds, welches die Konzession in Gope im Dezember 2007 von dem Diamentenproduzenten De Beers erstanden hatte, behauptet, dass die indigene Bevölkerung vor Ort das Projekt unterstützt. Die Indigenen hatten jedoch keine unabhänige Beratung bezüglich wahrscheinlicher Folgen des Vorhabens. Zudem kämpfen sie momentan gegen akute Wasserknappheit.

Im Jahr 2002 wurden die indigenen Gana und Gwi von der Regierung Botswanas gewaltsam von ihrem angestammten Land im Central Kalahari Game Reserve vertrieben. Vier Jahre später entschied der Oberste Gerichtshof, dass die Vertreibung illegal war und die Buschleute das Recht haben auf ihrem Land im Reservat zu leben.

Trotz dieser Entscheidung hat die Regierung Botswanas den Buschleuten den Zugang zu einem Wasserbohrloch untersagt, von dem die Indigenen für Wasser abhängen. Im vergangen Monat klagten die Buschleute erneut, diesmal auf den Zugang zum Bohrloch. Der Richter hat jedoch seine Entscheidung auf einen unbestimmten Zeitpunkt vertagt.

Gem Diamonds wurde ein Umweltgenehmigung für die Mine in Gope erteilt, unter der Bedingung, dass die „Wasserbohrlöcher, die [vom Unternehmen] gebaut werden, … ausschließlich für Arbeiten an der Mine genutzt werden.“ Diese Vorschrift stellt sicher, dass Gem Diamonds den Buschleuten kein Wasser gibt, obgleich die Mine mitten in ihrer Gemeinde errichtet werden soll.

Survival und die Buschleute haben über Jahre hinweg argumentiert, dass die Vertreibung der Indigenen von ihrem Land geschah, um Platz für Diamantenabbau zu schaffen. Die botswanische Regierung hat dies verneint und die Vertreibung unter anderem mit Maßnahmen des Tierschutzes im Reservat begründet.

Der Sonderbeauftragte der Vereinten Nationen für indigene Völker berichtet jedoch, dass die Sorge der Regierung um die Tierwelt „inkonsistent mit ihrer Entscheidung ist, Gem Diamonds/ Gope Exploration Company (Pty) Ltd. eine Lizenz für Diamantenabbau in dem Reservat zu erteilen“, also für „ein Vorhaben das nach Angaben des Unternehmens mehrere Jahrzehnte dauern wird und zwischen 500 und 1200 Menschen in das Reservat bringen wird.“

Letzten Berichten von Gem Diamonds zufolge, soll in Gope zunächst eine unterirdische Mine entstehen; nach zehn Jahren soll diese von einem offenen Tagebau abgelöst werden.

Survivals Direktor Stephen Corry sagte heute: Die Vereinten Nationen schreiben vor, dass solche Vorhaben auf dem Land indigener Völker nicht ohne ihr vorheriges, informiertes und freies Einverständnis realisiert werden sollen. Jedermann weiß, dass dies im Fall der Mine in Gope nie geschehen ist – anstelle dessen hat die Regierung Survival jahrelang vorgeworfen, die Pläne zum Diamantenabbau zu erfinden. Wenn die Mine tatsächlich in Betrieb geht wir Botswana erneut gegen die Rechte der Buschleute verstoßen und für sein Handeln und botswanische Diamanten verurteilt werden. Was braucht es noch bis die Regierung versteht, dass Diamantenkäufer nicht immun sind gegen ethische Bedenken?“

 

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