Nukak bitten verzweifelt um Rückkehr in den Amazonas-Regenwald 21 Dezember 2010

Viele Nukak wurden aus ihrer Heimat vertrieben und leben nun außerhalb der Wälder in Flüchtlingslagern.
Viele Nukak wurden aus ihrer Heimat vertrieben und leben nun außerhalb der Wälder in Flüchtlingslagern.
© Arnau Blanch/Survival

Ein Sprecher der indigenen Nukak aus Kolumbiens Amazonasregion hat einen verzweifelten Appell für das Überleben seines Volkes an das oberste Menschenrechtskomitee des Landes gerichtet.

„Wir wollen in unsere Wälder zurückkehren, aus denen uns die FARC Rebellen vertrieben haben – wir wissen nicht einmal, warum,“ sagte Joaquín Nuká.

Die Nukak sind Jäger und Sammler, die als Nomaden in der Guaviare Region im Südosten Kolumbiens leben. Sie wurden durch die linksgerichtete Guerillabewegung FARC von ihrem Land vertrieben. Die FARC Rebellen behaupten, dass die Nukak ein Sicherheitsrisiko für ihre illegalen Operationen in dem Gebiet darstellen.

Seit sie die Wälder 1988 zum ersten Mal verließen, ist mehr als die Hälfte der Nukak umgekommen; die meisten durch Krankheiten, die dem Kontakt mit der Außenwelt folgten. Die Indigenen kämpfen nun an den Stadtrandgebieten mit der Anpassung an einen sesshaften Lebensstil. Für ihr Überleben sind sie auf Zuwendungen der Regierung angewiesen.

„[In den Wäldern] leben wir inmitten der Nahrung des Dschungels,“ sagte Joaquín Nuká gegenüber der kolumbianischen Radiostation Caracol. „Das Essen, das sie uns hier in San José geben ist gut, es ist das Essen der weißen Menschen, aber es tut den Kindern nicht gut. Wir vermissen unser Essen aus den Wäldern.“

Trotz der Bemühung der Regierung und einem „Krieg gegen Drogen“, der finanziell durch die USA unterstützt wird, verwüstet der Anbau von Koka zur Herstellung von Kokain weiterhin die Region.

Um den Anbau von Koka zu verhindern, werden die Pflanzen unter anderem aus Flugzeugen mit Pestiziden besprüht. Diese stark in die Kritik geratene Methode hat die Farmer in immer abgelegenere Regionen des Dschungels zurückgedrängt, und provoziert nun gewaltsame Zusammenstöße mit der dort lebenden indigenen Bevölkerung.

Der Vizepräsident des Menschenrechtskomitees, Senator Alexander López, sagte: „Die erzwungene Vertreibung … besonders von indigenen Gemeinden wie den Jiw und den Nukak, stellt eine ernste Bedrohung für ihr Überleben als Volk dar… Die Indianer sollten unverzüglich auf ihr Land zurückkehren können und ihr Lebensstil mit Würde geschützt werden.“

Die Nukak sind eines von mehr als 30 indigenen Völkern in Kolumbien, die laut einem Bericht der nationalen Organisation für Indigene ONIC und dem UN Hochkommissar für Flüchtlinge kurz vor der Auslöschung stehen. Survival International setzt sich für die Rückkehr der Nukak in ihr Reservat ein, unter der Bedingung, dass Sicherheit und eine angemesse Gesundheitsversorgung gewährleistet sind.

Stephen Corry, Direktor von Survival, sagte heute: „Diese verzweifelte und deprimierende Situation besteht schon zu lange. Die Nukak und andere indigene Völker müssen die Hauptlast für die gescheiterte Anti-Drogenpolitik der Regierung tragen.“

 

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