Indianer verklagen Peru wegen gebrochenem Versprechen 17 Dezember 2012

"Die Nanti sind eines von mehreren isoliert lebenden Völkern, die innerhalb des Schutzgebietes leben und von der Ausweitung des Gasabbaus bedroht wären"
"Die Nanti sind eines von mehreren isoliert lebenden Völkern, die innerhalb des Schutzgebietes leben und von der Ausweitung des Gasabbaus bedroht wären"
© Survival International

In einem Versuch Gas-Erkundungen zu stoppen, die das Leben unkontaktierter Indianer stark bedrohen, werden Perus wichtigste Indigenen-Organisationen die Regierung und mächtige Ölunternehmen vor Gericht bringen.

AIDESEP, FENAMAD, ORAU und COMARU – alles Indigenen-Organisationen aus dem Amazonasgebiet – beabsichtigen sowohl die Regierung als auch Ölunternehmen wegen ihrer Pläne, das große Camisea-Gasprojekt innerhalb eines Gebietes zu erweiten, in dem mehrere unkontaktierte und isolierte indigene Völker leben, zu verklagen.

Ein Konsortium von Unternehmen, die für die Konzession zuständig sind – dazu gehören das amerikanische Unternehmen Hunt Oil, das spanische Repsol und der argentinische Ölgigant Pluspetrol – , planen durch den Wald Hunderte Leitungen zur seismischen Messung zu legen, Tausende Sprengladungen zu zünden und Erkundungsbohrungen durchzuführen, um weiteres Gas zu finden.

75 Prozent des Camisea-Konzessionsblocks 88 liegen innerhalb des Nahua-Nanti-Reservats, das zum Schutz unkontaktierter und isoliert lebender Indianer, die durch Krankheiten und Entwicklungsprojekte auf ihren Gebieten besonders bedroht sind, gegründet wurde.

2003 wurde ein höchstinstanzlicher Erlass beschlossen, um die Indianer, die im Schutzgebiet leben, vor weiteren Erkundungen zu schützen. Er legte eindeutig fest, dass “es verboten ist neue Genehmigungen zur Erkundung von Bodenschätzen (innerhalb des Schutzgebietes) zu bewilligen”.

Der Erlass war eine der vielen Bedingungen, die der Regierung Perus durch die Interamerikanische Entwicklungsbank gestellt wurden, bevor dem Darlehen zur Einrichtung des Camisea-Projektes zugestimmt wurde.

Survival hat die peruanische Regierung aufgefordert, jegliche Abbau-Aktivitäten, die auf von unkontaktierten Völkern bewohnten Gebieten stattfinden, zu unterbrechen und ihr Versprechen einzuhalten, neue Erkundungen innerhalb des Gebietes nicht durchzuführen.

Letzte Woche haben die Indigenen-Organisationen in einem Statement erklärt, dass weitere Erkundungsaktivitäten zur “Auslöschung” der dort lebenden indigenen Völker führen würden.

“Die Abbau-Politik der peruanischen Regierung gibt dem Gewinn den Vorrang vor dem Leben indigener Völker, … weshalb wir entschieden haben, den Staat und die Ölunternehmen zu verklagen, … um unkontaktierte Völker vor der Zerstörung ihrer Umwelt und ihrer Auslöschung zu schützen”, heißt es in der Erklärung.

 

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