Ecuador: Sechs Waorani wegen Mordverdachts verhaftet

"Der Waorani Ompore Omeway, der kürzlich ermordet wurde."
"Der Waorani Ompore Omeway, der kürzlich ermordet wurde."

© Fundación Alejandro Labaka

Sechs Indigene vom Volk der Waorani sind in Ecuador verhaftet worden, da sie unter Verdacht stehen, im vergangenen April mehrere unkontaktiert lebende Angehörige des Volkes der Taromenane im Nationalpark Yasuní ermordet zu haben. Die genaue Zahl der Todesopfer ist nicht bekannt.

Bei Waorani und Taromenane handelt es sich um untereinander verwandte Völker, die im Amazonasgebiet im Osten Ecuadors leben. Die Waorani wurden ab den 1950er Jahren von Missionaren kontaktiert und in Gemeinden angesiedelt, während die Taromenane sich weiterhin jedem Kontakt mit der Mehrheitsgesellschaft widersetzen.

Der Angriff, um den es geht, fand im April 2013 statt, nachdem das Waorani-Ehepaar Ompore Omeway und Buganei Cayga ermordet worden war. Den Waorani wird zur Last gelegt, sie seien in den Wald der Taromenane eingedrungen und hätten an diesen Rache genommen.

Angeblich sollen bei dem Angriff auch zwei indigene Kinder gefangen genommen worden sein. Eines der Kinder befindet sich seither in der Obhut der Polizei, das andere soll in einem Krankenhaus gepflegt werden.

Scharfe Kritik richtete sich gegen Ecuadors Regierung, da sie nichts unternommen hat, um die Rachemorde an den Taromenane zu verhindern, die von vielen Beobachtern vorausgesagt worden waren.

Ecuadorianische Indigenen-Organisationen machen die intensive Erkundung von Erdölvorkommen und Bohrungen in der Gegend sowie die hiermit verbundene illegale Besiedlung von Land der Waorani verantwortlich für die Verschärfung der Spannungen zwischen den Indigenen. Zuvor räumlich voneinander getrennte Gruppen sind sich im Zuge der Entwicklung sehr nahe gekommen.

Im November hatte Ecuadors Präsident Rafael Correa grünes Licht für Erdölerkundungen im Nationalpark Yasuní gegeben. Dem war der gescheiterte Versuch vorausgegangen, sich internationale Unterstützung und Gelder zu sichern, um das Land zu schützen und das Öl im Boden zu belassen.