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Indigene Völker des Omo Tals

 
 
Die Karo (oder Kara), ein indigenes Volk mit nur 1.000 bis 1.500 Angehörigen, leben an den östlichen Flussbänken des Omo im Süden Äthiopiens.
Die Karo (oder Kara), ein indigenes Volk mit nur 1.000 bis 1.500 Angehörigen, leben an den östlichen Flussbänken des Omo im Süden Äthiopiens.
© Eric Lafforgue/Survival

Das untere Tal des Flusses Omo, im südwestlichen Äthiopien, ist Heimat für acht verschiedene Völker, welche zusammen etwa 200.000 Angehörige zählen. Sie leben seit Hunderten von Jahren in diesem Gebiet.

Ihre Zukunft steht jedoch auf dem Spiel. Ein gigantischer Staudamm, Gibe III, befindet sich dort im Bau. Wenn dieser abgeschlossen ist, wird der Damm das empfindliche Ökosystem und den Lebensraum der indigenen Völker zerstören. Die Völker des Omo Tals sind von dem natürlichen Verlauf und der jährlichen Überschwemmungen des Omo abhängig.

Salini Costruttori, ein italienisches Unternehmen, begann schon Ende des Jahres 2006 mit dem Bau des Gibe III und hat inzwischen ein Drittel des Damm-Baus fertiggestellt.

Junge Hirten vom Volk der Mursi, Äthiopien.
Junge Hirten vom Volk der Mursi, Äthiopien.
© Ingetje Tadros/ingetjetadros.com

Chinas größte Bank, die Industrial and Commercial Bank of China (ICBC), will einen Teil der Bauarbeiten finanzieren.

Nach einer vorläufigen Bewertung des Staudamms, erklärten hingegen die Europäische Investitionsbank (EIB) und die Afrikanische Entwicklungsbank (AfDB) 2010, dass sie eine Finanzierung von Gibe III nicht länger in Betracht ziehen.

Im März 2011 zog die äthiopische Regierung ihre Anfrage auf einen Entwicklungshilfekredit bei der italienischen Regierung zurück. Die Anfrage hatte große Bedenken unter italienischen NGOs hervorgerufen, die den italienischen Außenminister aufgefordert hatten den Staudamm nicht zu unterstützen.

Survival und eine Reihe anderer regionaler und internationaler Organisationen sind überzeugt, dass Gibe III katastrophale Folgen für die Völker im Omo Tal haben wird. Diese Völker leben in der trockenen und schwierigen Umgebung bereits jetzt am Rande der Existenz.


Lied indigener Völker im Omo Tal. Aufgenommen von Daniel Sullivan.

Wir rufen die Afrikanische Entwicklungsbank und andere mögliche Sponsoren dazu auf, dass Projekt nicht zu unterstützen, bis es nicht eine vollständige und unabhängige Studie zu dessen sozialen und ökologischen Folgen gibt. Darüber hinaus müssen zuerst die betroffenen Völker umfassend konsultiert werden und ihre freies und informiertes Einverständnis eingeholt werden.

Brief von Survival an die Leitung der Afrikanischen Entwicklungsbank (PDF, auf Englisch)

Lesen sie die Forderung der NGO International Rivers nach einer Untersuchung des Gibe III Damms unter der Compliance Review Mechanism Unit der Afrikanischen Entwicklungsbank

Lesen Sie einen zweiten Brief von Survival an die Leitung der Afrikanischen Entwicklungsbank (PDF, auf Englisch)

Lesen Sie einen Kommentar der Africa Resources Working Group (PDF, auf Englisch)

Lesen Sie ein Übersicht zum Damm von International Rivers (PDF, auf Englisch)