Indianer gegen Zerstörung fischreicher Gewässer

Eine Gruppe von Indianern hat gegen die Zerstörung ihres wichtigsten Flusses protestiert. Der Stamm der Enawene Nawe ist empört darüber, dass der Regenwald am Ufer des Rio Preto, einer reichhaltigen Fischquelle, von Viehzüchtern zerstört wird.

Der Rio Preto Regenwald ist ein sogenannter Galleriewald. Nach brasilianischem Recht ist jegliches Holzfällen in Galleriewäldern verboten.

Mehrere Anführer der Enawene Nawe haben vor kurzem die lange Reise vom Inneren des Bundesstaates Mato Grosso in die Hauptstadt Cuiabá unternommen, um sich mit der Umweltbehörde des Bundesstaates und dem Generalstaatsanwalt zu treffen. Die Behörden versprachen, sich für den Schutz den Gebietes einzusetzen und innerhalb von 30 Tagen etwas zu unternehmen. Bis heute ist nichts geschehen.

Zu Beginn dieses Jahres sagte der Anführer der Enawene Nawe, Marikeroseene, dem britischen Fernsehsender ITV: „ In den letzten zwei Jahren hat sich die Zahl der Baumfällungen dramatischerweise verdoppelt… Die Situation ist unerträglich.“

Derweil zeigte eine soeben von der US-amerikanischen National Academy of Sciences veröffentlichte Studie anhand von Satellitenbildern, dass Soyabauern amazonischen Regenwald zerstören, statt Land zu nutzen, das bereits von Viehzüchtern gerodet wurde. Es wird geschätzt, dass alleine von 2001 bis 2004 5.400 Quadratkilometer Regenwald in Mato Grosso von Soyabauern vernichtet worden sind.