Indien widersetzt sich gerichtlichem Beschluss zugunsten der Jarawa. Das Schicksal des Stammes wird hinter verschlossenen Türen bestimmt. 5 April 2004

Die Zukunft der kürzlich kontaktierten Angehörigen des Jarawa-Stammes wird sich am 7. und 8. April in einem geschlossenen Treffen entscheiden, entgegen einem Beschluss des Obersten Gerichtshofs von Indien, der eine offen Diskussion gefordert hatte.

Die Jarawa sind einer von vier „Negrito"-Stämmen auf den andamanischen Inseln. Die benachbarten „Great Andamanese"- und Onge-Stämme wurden aufgrund der von britischen und indischen Behörden forcierten Besiedlung der Inseln stark dezimiert, doch die Jarawa widersetzten sich bis 1997 jeglichem Kontakt mit den Siedlern. Nun ist ihr Überleben stark bedroht durch den Bau einer Straße, die direkt durch ihr Land führen soll, was Wilderer, Ausbeutung und neue Krankheiten mitbringt, gegen die die Jarawa keine Immunabwehr haben.

1999 hat der Höchste Gerichtshof ein Expertenkomitee damit beauftragt, die Lebensweise des Jarawa-Stammes zu studieren und Vorschläge zu machen, wie sie am effektivsten zu schützen wären. Desweiteren wurden andamanische Verwaltungen beauftragt, Seminare von Experten wie Ethnologen, Soziologen und regierungsunabhängigen Organisationen zu veranstalten, die auf nationaler und internationaler Ebene Erfahrungen und fundiertes Wissen der Thematik haben. Stattdessen jedoch sind die meisten der geladenen Gäste zum diesjährigen Treffen gegenwärtige bzw. ehemalige Angestellte der indischen Regierung sowie Mitglieder des Komitees, dessen Bericht thematisiert werden soll. Das Treffen wurde in letzter Minute bekannt gegeben und Survival wurde darauf hingewiesen, dass keinen „Ausländern" erlaubt ist, dem Treffen beizuwohnen.

Heute sagte der Direktor von Survival, „Die Handhabung des Seminars ist ein klarer Versuch einer erstickenden Debatte. Die Stimmen der Menschen mit Erfahrungen in der Arbeit mit andamanischen Stämmen und kürzlich kontaktierten Stammesvölkern auf der ganzen Welt werden bewusst ausgegrenzt und sollen verstummen. Die Fehler, die an den „Great Andamanese" und den Onge begangen wurden, dürfen sich nicht wiederholen. Die Rechte der Jarawa auf ihr eigenes Land und ihre Entscheidungskraft über ihre eigene Zukunft müssen respektiert werden. Indien hat eine historische Gelegenheit, ein Verfahren zu entwickeln, welches das Überleben der Jarawa als ein unabhängiges und selbstbewusstes Volk über viele kommende Generationen sichert.

Lesen Sie unseren neuesten Brief an die indische Regierung in der Sektion Hintergründe.

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