Brasilien genehmigt umstrittenen Mega-Damm im Amazonas

Kayapó tanzen während eines Anti-Damm Protestes 2006
© T Turner
Kayapó tanzen während eines Anti-Damm Protestes 2006 © T Turner
© Terence Turner

Die brasilianische Regierung hat eine Umweltgenehmigung für den Bau des umstrittenen Belo Monte Damms im Amazonas erteilt.

Der Damm, der an dem Fluss Xingu im nördlichen Staat Pará gebaut werden soll, wäre der weltweit drittgrößte seiner Art und würde schätzungsweise 17 Mrd. Dollar kosten.

Für den Bau müssten zudem 500 Quadratmeter Land geflutet werden, was einer enormen Zerstörung des Regenwaldes gleichkommt und eine starke Beeinträchtigung der Fischbestände zur Folge hätte.

Die Lebensgrundlage tausender Indigener, die vom Regenwald und dem Fluss abhängig sind, würde unwiederbringlich zerstört. Viele würden von dem angestammten Land ihrer Vorväter vertrieben werden.

Die indigenen Völker sind an vorderster Front des derzeitigen Protests. Letzten Oktober haben die Kayapó Indianer, zusammen mit anderen Indianern, wochenlang gegen den Damm protestiert.

In einem Brief an den Präsidenten Lula schrieben die Kayapó: „Wir wollen nicht, dass der Damm das Ökosystem und die Artenvielfalt, die wir Jahrtausende geschützt haben und weiter schützen können, zerstört.“

Der Bischof des Xingu, Dom Erwin Krautler, lehnt den Damm ebenfalls ab. Er warnte davor, dass die Indianer zu gewalttätigen Mitteln greifen könnten, wenn man ihre Stimme überhöre. „Sie werden weinen, sie werden schreien und sie werden sich erheben,“ sagte er.

Die brasilianische Staatsanwaltschaft ruft dazu auf, die Genehmigung zurückzunehmen, weil die Studien zu den ökologischen Auswirkungen des Dammes nicht vollständig sind. Zudem wurden die Indigenen und andere Betroffene nicht angemessen konsultiert.

Frühere Versuche in der 80ern den Damm zu bauen, scheiterten an weltweiten Protesten – angeführt von den Kayapó Indianern.

Der Bau von Dämmen ist eine zentraler Bestandteil des brasilianischen Wachstumsbeschleunigungsgesetz, welches das Wirtschaftswachstum des Landes durch den Bau einer ausgedehnten Infrastruktur von Straßen und Dämmen, zumeist in der Amazonasregion, ankurbeln will.

Auf den zuständigen brasilianischen Ministern hatte großer Druck gelastet, die Lizenz für den Belo Monte Damm zu erteilen. Dabei war es sogar zu Aufspaltungen und Rücktritten innerhalb von IBAMA, der Umweltabteilung der Regierung, gekommen.

Survival hat bei der Regierung Protest gegen das Projekt eingelegt.