Kolumbien: 60% der indigenen Völker bedroht 22 April 2010

Die Nukak werden von der Organisation ONIC als bedroht eingeschätzt.
Die Nukak werden von der Organisation ONIC als bedroht eingeschätzt.
© David Hill/Survival

Mindestens 64 von 102 indigenen Völkern in Kolumbien sind vom Aussterben bedroht, teilte die führende Organisation Indigener ONIC mit.

Das ist das Ergebnis eines Berichtes, den ONIC zu Beginn seiner Kampagne zum Schutz bedrohter Völker in Kolumbien vorlegte.

ONICs eigene Recherchen ergaben, dass 32 Völker vom Aussterben bedroht sind. Das Oberste Gericht Kolumbiens geht davon aus, dass 34 Völker gefährdet sind. Nur zwei – die Nukak und die Guayabero – werden von beiden Akteuren genannt. Dies bringt die Summe bedrohter Völker in Kolumbien insgesamt auf 64.

ONIC gibt an, dass 18 Völker weniger als 200 Angehörige, und zehn Völker sogar weniger als 100 Angehörige, haben. Ein Volk, die Makaguaje, hätte sogar weniger als 5 Angehörige.

Die Gründe für diese Situation sind unter anderem:

· Kolumbiens interner bewaffneter Konflikt: Dieser dauert bereits seit über 50 Jahre an und betrifft die indigene Bevölkerung „unverhältnismäßig“. Seit 2002 wurden mehr als 1.400 Indigene getötet und geschätzte 74.000 wurden gezwungen ihre Häuser zu verlassen.

· Ein „Model der wirtschaftlichen Entwicklung“, welches das Recht Indigener ignoriert, ihre freie, vorherige und informierte Zustimmung zu geben. Dies hinterlässt die indigene Bevölkerung „im Angesicht des weltweiten Hungers nach Rohstoffen gefährdeter denn je.“ Zu den größten Bedrohungen gehören Ölförderung, Staudämme und Palmölplantagen auf dem Land Indigener.

· „Armut, staatliche Vernachlässigung und strukturelle Diskriminierung.“ Der Bericht geht davon aus, dass die indigene Bevölkerung Kolumbiens am stärksten von Armut im Land betroffen ist. Ihr fehlt zudem der Zugang zu angemessener Gesundheitsversorgung, Bildung und anderer Grundversorgung.

Es wird angenommen, dass die Nukak „die schwerwiegendsten“ Gesundheitsprobleme unter den indigenen Völkern haben. Seit dem ersten regulären Kontakt vor über 20 Jahren, ist etwa die Hälfte des Volkes an den Folgen gestorben. Insbesondere waren Erkrankungen der Atemwege, Malaria, Masern und andere eingeschleppte Infektionen tödlich.

ONICs Bericht schließt mit einer Reihe von Empfehlungen an kolumbische und internationale Akteure und zwei Karten, die die 64 bedrohten Völker auflisten. Diese beinhalten die Arhuaco, Kogui, Embera Katio, Awá, Kofán, U’wa, Huitoto und Cuiva.

 

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