Neue Welle von Gewalt in West Papua

Korowai Frau in West Papua, welches seit 1963 von Indonesien besetzt ist.
Korowai Frau in West Papua, welches seit 1963 von Indonesien besetzt ist.
© Survival

Das indonesische Militär und paramilitärische Polizeieinheiten (BRIMOB) haben einen brutalen Angriff auf indigene Gruppen in der Region Punkak Jaya im zentralen Hochland von West Papua gestartet.

Die berüchtigten BRIMOB Einheiten und indonesische Soldaten haben eine Großoffensive gegen Mitglieder der Bewegung für ein Freies Papua (OPM) begonnen. Berichte aus der Region legen jedoch nahe, dass die Offensive bekannten Mustern folgt: unschuldige Angehörige indigener Gruppen werden angegriffen, woraufhin diese zu tausenden ihre Dörfer verlassen und in die Wälder fliehen.

Survival hat die indonesische Regierung dazu aufgerufen, Hilfslieferungen in die Region zu ermöglichen und unabhängigen Beobachtern Zugang zu gewähren.

Im Mai hatten die Sicherheitskräfte bereits eine Großoffensive in der Region angekündigt, sollte OPM Anführer Goliat Tabuni sich nicht bis zum 28. Juni gestellt haben. Berichte legen jedoch nahe, dass die Offensive bereits seit längerer Zeit geplant war. Survival ist besorgt, dass die Gewalt in den nächsten Wochen weiter eskalieren könnte.

Während ähnlicher Offensiven in der Vergangenheit, töteten Soldaten und Polizei Dorfbewohner, vergewaltigten Frauen und Kinder und zerstörten Häuser, Kirchen und Gemüsegärten. Jene, die in die Wälder geflüchtet waren, mussten, aus Angst ihr Versteck zu verlassen, hungern.

Aufgrund von Reisebeschränkungen und einem Bann für Journalisten und Menschenrechtsorganisationen, ist es schwierig an genauere Informationen zu gelangen. Es wird jedoch angenommen, dass Anfang Juni im Dorf Kampong Tinggineri bereits eine schwangere Frau von BRIMOB Einheiten vergewaltigt wurde. Darüber hinaus sollen zwölf Häuser und Kirchen durch Soldaten in Gwenggu Pilla niedergebrannt worden sein. BRIMOB soll zudem umfangreiche Hausdurchsuchungen durchgeführt haben und jeden ohne Papiere verhaftet haben – Papiere, die in dieser entlegenen Region nur wenige Menschen besitzen.

Survival Internationals Direktor Stephen Corry sagte heute: „Es ist sehr alarmierend, dass das Militär erneut die Indigenen von West Papua in dieser Art ins Visier nimmt. Seit Jahren haben die Papua um Verhandlungen mit internationaler Beteiligung gebeten, um eine friedliche Lösung für die Probleme in der Region zu finden. Die jüngsten Ereignisse in Punkak Jaya zeigen erneut wie wichtig es ist, dass solche Gespräche so bald wie möglich stattfinden.“

Für mehr Informationen kontaktieren Sie bitte Linda Poppe
T: +49(0)30 72 29 31 08
E: presse@survivalinternational.de