Brasilianische Indianer protestieren gegen Staudamm

Ein Damm im Amazonas Regenwald.
Ein Damm im Amazonas Regenwald.

© Fiona Watson/Survival

Enawene Nawe Indianer in Brasilien protestierten vergangene Woche gegen eine Reihe von Staudämmen. Die Dämme führen zum Tod von Fischen, von denen die Indigenen abhängen.

Dreihundert Indianer, bewaffnet mit Pfeil und Bogen, versammelten sich in der Stadt Sapezal im Bundesstaat Mato Grosso, um gegen die Dämme zu protestieren.

Survival International ruft dazu auf, die Landrechte der Enawene Nawe zu schützen.

Im Gegensatz zu den meisten anderen indigenen Gruppen im Amazonas, essen die Enawene Nawe kein Fleisch – Fisch ist daher essentiell für eine ausgewogene Ernährung.

Insgesamt sind 77 kleine Staudämme flussaufwärts des Landes der Indianer am Juruena Fluss geplant. Fünf dieser Dämme befinden sich bereits im Bau.

Die Enawene Nawe wurden zu dem Projekt nicht befragt. Sie selbst sagen, dass die Zuflüsse des Juruena seit Baubeginn verschmutzt sind.

Im Rahmen der Proteste trafen die Enawene Nawe auch mit brasilianischen Regierungsmitarbeitern zusammen, um ihre Opposition zu dem Damm nochmals zu unterstreichen. Sie verlangten zudem eine vollständige und unabhängige Studie zu den ökologischen Folgen des Staudamms.

Jedes Jahr praktizieren die Enawene Nawe yãkwa, ein wichtiges Ritual während dessen sie komplexe Dämme über die kleineren Nebenflüsse bauen und so Fische fangen.

Die Fische werden geräuchert und dann in die Dörfer gebracht, wo sie den yakairiti Geistern in einer aufwendigen Zeremonie dargebracht werden.

In den vergangen zwei Jahren war es den Indianer jedoch fast unmöglich Fische zu fangen. Ein Desaster für die Indigenen, für die Fisch die wichtigste Quelle von Proteinen darstellt.

Im Oktober 2008, besetzten bereits einmal 120 Enawene Nawe einen der Dämme und zerstörten Teile der Baustelle.