Tag der Menschenrechte: 10 vergessene Rechtsverletzungen an Indigenen 8 Dezember 2011

Xoroxloo Duxee starb an Wassermangel nachdem der Brunnen ihrer Gemeinde versiegelt worden war
Xoroxloo Duxee starb an Wassermangel nachdem der Brunnen ihrer Gemeinde versiegelt worden war
© Survival

Zum Tag der Menschenrechte am Samstag, veröffentlicht Survival 10 Menschenrechtsverletzungen an indigenen Völkern, um auf ihr oft unbemerktes Leid aufmerksam zu machen.

Mit der Unterzeichnung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte vor 63 Jahren, wurden erstmals auf internationaler Ebene jene Rechte niedergeschrieben, auf die alle Menschen einen Anspruch haben.

Trotz der Erklärung sind systematische Rechtsverletzungen an indigenen Völker oft unbemerkt geblieben und ereignen sich auch heute noch fernab des öffentlichen Interesses.

Hier sind 10 Beispiele:

  • Australiens Aboriginals erhielten erst 1965 das Stimmrecht. Es dauerte weitere zwei Jahre, bis sie im nationalen Zensus berücksichtig wurden.
  • Australiens “Gestohlene Generation”: Kinder von Aboriginal und Torres Strait Völkern wurden bis in die 1970er Jahre gewaltsam von ihren Familien getrennt.
  • Der ausgestopfte Körper eines Angehörigen der Buschleute, genannt “El Negro von Banyoles” wurde bis 1997 in einem spanischen Museum zur Schau gestellt. Erst nach weitreichenden Protesten wurde er entfernt und 2000 in Botswana beerdigt.
  • 2010 konnten Touristen in Botswana an einem Pool mitten in der Kalahari-Wüste entspannen, während den indigenen Bewohnern des Gebietes der Zugang zu Wasser untersagt war. Das, obwohl die Buschleute in einem historischen Gerichtsverfahren ihre Landrechte gesichert hatten.
  • Ugandas Batwa-“Pygmäen” haben nie Gorillas gejagt und wurden dennoch unter dem Vorwand aus ihren Wäldern vertrieben, die Primaten schützen zu wollen. Die Batwa sind jetzt Flüchtlinge in ihrem eigenen Land.
  • Bewaffnete Männer ermorden hochrangige Anführer indigener Gemeinden in Brasilien und verbreiten Angst und Schrecken mit einer Todesliste. Angeheuert von Viehzüchtern, sollen sie die Guarani daran hindern wieder auf ihrem Land zu leben.
  • In Brasilien starb während der 1980er Jahre jeder fünfte Yanomami-Indianer durch Gewalt oder Krankheiten, bis internationaler Druck die Regierung dazu brachte, Goldschürfer aus dem indigenen Gebiet auszuweisen.
  • Bei Ausflügen auf Indiens Andamanen Inseln, die inzwischen als “Menschensafaris” bekannt sind, behandeln Touristen die indigenen Jarawa wie Tiere, indem sie ihnen Essen zuwerfen.
  • “Potlatch”, eine Tradition des Schenkens bei indigenen Völkern in Kanada und in den USA, wurde 1884 mit dem Argument verboten, das sie “zivilisierten Werten entgegenstehen” würde. Das Gesetz wurde erst 1951 aufgehoben.
  • Unter Stalin wurden Schamanen in Sibirien verfolgt. In den 1980er Jahren fürchteten manche, sie wären komplett verschwunden.

Einige der Fälle werden auch im Buch “Tribal peoples for tomorrow’s world” von Survivals Direktor Stephen Corry besprochen, das jetzt erhältlich ist.

Corry sagte heute: “Einer der Gründe, warum Menschenrechtsverletzungen noch heute begangen werden, hat damit zu tun, dass die Rechte aus der UN-Erklärung nicht unmittelbar einklagbar sind. All jene die diese Verbrechen ablehnen, sollten deshalb die Ratifizierung der ILO-Konvention 169 unterstützen, die rechtlich verbindlich ist.”

Bitte unterstützen Sie Survivals Briefkampagne für die Unterzeichnung von ILO 169 »

 

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