Zeitung entschuldigt sich bei Penan wegen falschem Inzest-Vorwurf 24 Mai 2012

Eine Familie der Penan vor ihrer Hütte. Das Volk war in den malaysischen Medien Objekt mehrerer verleumderischer Berichte.
Eine Familie der Penan vor ihrer Hütte. Das Volk war in den malaysischen Medien Objekt mehrerer verleumderischer Berichte.
© Andy Rain/Nick Rain/Survival

Nach der Veröffentlichung eines sehr kontroversen Berichtes, der behauptete, das Penan-Volk würde Inzest praktizieren, musste sich eine malaysische Zeitung entschuldigen.

Dies ist die neueste einer Reihe von ungenauen und herabwürdigenden Geschichten über die Penan und ihren Lebensstil in den malaysischen Medien.

Der Aufmacher der Malay-sprachigen Boulevardzeitung Metro Ahad, der mit dem Titel “Meine Mutter ist meine Frau, mein Vater ist mein Mann” versehen war, behauptete, dass Inzest in den nomadischen Penan-Gemeinden des Ulu Baram-Gebietes üblich sei.

Die Zeitung wurde nun jedoch gezwungen den Artikel zu widerrufen und sich öffentlich zu entschuldigen, nachdem ein Penan-Häuptling im Ulu Baram-Gebiet den Fall bei der Polizei gemeldet hatte.

Balan Balang sagte: "Wir Penan verurteilen den Bericht, der nur auf Lügen basiert. Er hat dazu geführt, dass unsere Gemeinde verachtet wird und die Penan wie Tiere betrachtet werden. "

Wegen der Anzeige musste Metro Ahad eingestehen: “Wir wurden darüber informiert, dass die Penan keinen Inzest praktizieren.”

Laut Berichten hat die heftige Kontroverse um den Artikel auch dazu geführt, dass Sarawaks Regierungschef – der persönlich für die Zerstörung eines Großteils des Penan-Waldes verantwortlich ist – empfohlen hat, sich über keine Volksgruppe negativ zu äußern.

Ein weiterer Artikel, der ebenfalls mit falschen Darstellungen der Penan zu tun hat, wurde in der Zeitung The Borneo Post, die dem malaysischen Holzunternehmen KTS gehört, veröffentlicht.

Der Artikel, der einen Penan-Anführer ungenau zitiert haben soll, behauptete, dass das Penan-Volk sich der Abholzung nicht mehr widersetzen oder mit Umweltgruppen im Gebiet nicht mehr zusammenarbeiten wolle.

Da die Penan eine derartig falsche Darstellung ihres Volkes und ihrer Sichtweisen nicht mehr akzeptieren wollen, hat der betroffene Penan-Anführer eine Entschuldigung verlangt, die klarstellen soll, dass “ihm die Worte verantwortungs- und skrupellos in den Mund gelegt wurden”.

 

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