Fortsetzung der Penan-Blockade trotz Festnahmen

"Auch Penan-Kinder nehmen an der Blockade der Baustelle des Murum-Damms teil."
"Auch Penan-Kinder nehmen an der Blockade der Baustelle des Murum-Damms teil."
© Raymond Abin/Survival

Trotz der Festnahme von zehn ihrer Mitglieder, darunter Kinder, am 7. November, setzt das indigene Volk der Penan seine Blockade des Murum-Staudamms weiterhin fort. Seit September blockieren die Penan im malaysischen Bundesstaat Sarawak die Baustelle des Murum-Damms und fordern bessere Entschädigung und mehr Land. Der Staudamm wird die traditionelle Heimat der Penan- und Kenyah-Völker im Wald überfluten.

Acht Penan, darunter ein etwa 13-jähriger Junge, wurden an der Baustelle des Damms festgenommen und von der Polizei in Verwahrung genommen. Zwei weitere Penan, einschließlich eines Jungen im Alter von etwa 16 Jahren, wurden festgenommen, als sie versuchten ihre Verwandten bei der Polizei zu besuchen. Alle zehn wurden drei Tage lang festgehalten, bevor sie letzte Woche freigelassen wurden. Vermutlich werden sie am 26. November vor Gericht gestellt; noch ist allerdings nicht klar, welche Anklagen gegen sie erhoben werden.

Die Flutung des Staudammbeckens hat bereits begonnen, obwohl die neuen Häuser, in die die Penan umsiedeln sollen, noch nicht zu Ende gebaut sind und das Volk zum Umsiedlungsprozess nicht angemessen konsultiert wurde. Ein lokaler Aktivist berichtete Survival Internatonal, dass die Regierung behauptet, sie hätte die Gemeinde konsultiert und internationale Standards erfüllt, dass dies aber “nur Lügen” seien.

Rund 1.400 Penan wurde mitgeteilt, sie müssten umziehen, um Platz für den Murum-Damm zu machen. Der Murum-Damm ist der erste von zwölf neuen Dämmen, die im gesamten Bundesstaat von Sarawak geplant sind. Angehörige der Penan aus zwei Dörfern, Long Wat und Long Malim, sind bereits in einess der Umsiedlungsgebiete gezogen. Die übrigen Dörfer geben aber nicht nach, in der Hoffnung, mehr Land und eine höhere Entschädigung zu erhalten.

Survival International hat die Festnahmen und Inhaftierung der Penan-Kinder verurteilt. Die Menschenrechtsorganisation fordert die malaysische Regierung auf, die Aufstauung des Damms zu unterbrechen, bis alle Ansprüche der Penan erfüllt sind und das Volk zu dem Umsiedlungsprozess seine freie, vorherig und informierte Zustimmung gegeben hat.