Unfaire Mittel zwingen Penan Staudammblockade aufzugeben 9 Dezember 2013

Das verlassene Long Singu Langhaus vergangene Woche, nachdem die Regierung Hals über Kopf den Umzug der Penan in die unvollständig ausgestattete neue Siedlung durchgeführt hatte.
Das verlassene Long Singu Langhaus vergangene Woche, nachdem die Regierung Hals über Kopf den Umzug der Penan in die unvollständig ausgestattete neue Siedlung durchgeführt hatte.

© Raymond Abin/Survival

Angehörige der Penan im malaysischen Staat Sarawak haben sich dem enormen Druck gebeugt und ihren 77-tägigen Protest gegen den Murum-Staudamm aufgegeben.

In Anbetracht des steigenden Wasserpegels, der immer näher an ihre Dörfer heranrückte, dem Mangel an Lebensmitteln am Protestort und der Ankündigung, dass die Brücken, welche zu ihren Dörfern führen, demontiert werden würden, sahen die Penan keine andere Möglichkeit, als ihre Blockade aufzugeben und den Umzug zu einer neuen, von der Regierung bestimmten Siedlung zu akzeptieren.

Auf die Frage, weshalb sie dem Umzug zustimmten, sagte ein Penan: „Das Wasser ist bereits sehr nah an unseren Dörfern. Es steht sehr hoch.“ Ein lokaler Aktivist erzählte Survival International: „Sie gingen sehr schweren Herzens und sind nicht glücklich.“

Im Zuge der Übereinkunft über die Umsiedlung wurden den Penan weitere 8.000 RM (etwa 2.500 US$) Entschädigung versprochen, das sind pro Familie nur ca. 7.000 US$ an Entschädigung insgesamt.

Die weiteren Forderungen der Penan, darunter der essenzielle Bedarf an mehr Land um Lebensmittel anzubauen und Wald um zu jagen und zu sammeln, wurden jedoch ignoriert.

Die Penan brauchen den Wald, in dem sie Jagen und Sammeln, um zu überleben.
Die Penan brauchen den Wald, in dem sie Jagen und Sammeln, um zu überleben.

© Andy Rain & Nick Rain/Survival

Der Wald ist für die Penan enorm wichtig. Sogar Studien der Regierung selbst haben gezeigt, dass die Murum Penan 75% ihrer Nahrung über den Wald beziehen. Ohne ein größeres Waldgebiet ist schwer vorstellbar, wie die Penan in dem Umsiedlungsgebiet überleben werden.

Obwohl die Penan zum sofortigen Umzug gezwungen wurden, ist der Bau ihrer neuen Siedlung noch nicht abgeschlossen. An zwei der Langhäuser wird immer noch gebaut. Wasseranschlüsse wurden nicht gelegt, die versprochene Schule und die Klinik wurden nicht gebaut und die Straße, welche die Dörfer verbindet ist noch nicht fertig gestellt.

Die Flutung des Staudammbeckens noch bevor alle betroffenen Familien dem Umzug zugestimmt hatten, hat weltweit für Empörung gesorgt. Trotz der Versprechungen der Regierung von Sarawak, dass der Umsiedlungsprozess internationalen Standards entsprechen würde, wurden die Penan nicht ausreichend befragt und der Umsiedlungsprozess wurde unter Ausschluss der Öffentlichkeit entwickelt.

Survival International wurde berichtet: „Die Leute glaubten, dass es diesmal anders sein würde, aber es hat sich alles als Lüge entpuppt. Die Regierung hat eine Erfüllung der Forderungen niemals in Erwägung gezogen.“

Der Anwalt, der für die Penan agiert, versicherte, dass die Penan trotz des Umzugs weiter protestieren und sich vor Gericht für Gerechtigkeit einsetzen werden.

 

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